Paul H. veröffentlichte 55 Clips von seinen Reisen

Das Video-Tagebuch des Grafing-Killers

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Paul H. auf seinem Trip von Bremen nach Gießen: Auf den Videos deutet nichts darauf hin, was in Grafing zum Ausbruch kam.
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Paul H. auf seinem Trip von Bremen nach Gießen: Auf den Videos deutet nichts darauf hin, was in Grafing zum Ausbruch kam.
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Paul H. auf seinem Trip von Bremen nach Gießen: Auf den Videos deutet nichts darauf hin, was in Grafing zum Ausbruch kam.
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Paul H. auf seinem Trip von Bremen nach Gießen: Auf den Videos deutet nichts darauf hin, was in Grafing zum Ausbruch kam.
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Paul H. auf seinem Trip von Bremen nach Gießen: Auf den Videos deutet nichts darauf hin, was in Grafing zum Ausbruch kam.
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Als er am Morgen auf einem Campingplatz einen toten Hasen entdeckt, bemitleidet er ihn: „Das arme Vieh.“

Grafing - Im Internet sind Youtube-Videos vom Messerkiller aus Grafing, Paul H. (27), aufgetaucht, die diese grausame Tat vom frühen Dienstagmorgen noch rätselhafter erscheinen lassen.

Der Mann, der in Grafing Bahnhof seine Opfer als Ungläubige bezeichnete, sie erbarmungslos angriff und einen (56) von ihnen tötete, gibt sich mal tierlieb, mal mitfühlend. Und wirkt sogar fünf Tage vor dem Amoklauf vom Grafinger Bahnhof fast normal …

Es sind Youtube-Videos von Messerkiller Paul H. (27) aufgetaucht, die diese grausame Tat vom frühen Dienstagmorgen noch rätselhafter erscheinen lassen. So war ein entspannter Paul H. fünf Tage vor dem Angriff in seiner hessischen Heimat beim Angeln. Immer mit dabei: das Handy, mit dem er sich sowieso in jeder Lebenslage filmte. „Der Frühling ist da“, freut er sich noch am 2. Mai und lässt die Kamera über Wiesen gleiten.

Der arbeitslose Schreiner wirkt meist entspannt, manchmal auch müde. Mit Gelegenheitsjobs schlägt er sich durchs Leben. Er war erst Ende April aus Bremen zurückgekehrt, wo er eine Bühne aufgebaut hatte. Auf einen Drogenmissbrauch deuten die Videos nicht hin, dafür eher auf Selbstverliebtheit, Lust auf Party bei Technobeats.

Für den psychiatrischen Gutachter im anstehenden Sicherungsverfahren werden die Clips eine Fundgrube zur Ergründung der Persönlichkeit des Messerkillers sein. Sogar seine Empathiefähigkeit stellt der in Grafing so gnadenlos aufgetretene Mann unter Beweis: Als er am Morgen auf einem Campingplatz einen toten Hasen entdeckt, bemitleidet er ihn: „Das arme Vieh.“ Paul H. wirkt traurig.

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Noch etwas zeigen die insgesamt 55 Videos: Viel Zeit verbrachte Paul H. in Zügen und auf Bahnhöfen. „Ich hab’s geschafft“, jubelt er etwa Ende April aus einem Zugabteil am Frankfurter Hauptbahnhof. „Und jetzt schafft mich der Zug nach Gießen.“ Woher er die 15 Euro fürs Ticket genommen hat, bleibt unklar – denn zuvor hatte er eingestanden, nur zehn Euro dabeizuhaben. Ein Betrag, den er öfters an verschiedenen Schauplätzen nennt. Genauso kann es auch am Montagabend gewesen sein, als er im Münchner Bahnhofsviertel gestrandet war. Seine üblichen zehn Euro reichten nicht mehr für ein Hotel, deshalb fuhr er mit der S4 nach Grafing weiter. „So ist das, wenn man ohne Geld reist. Wenn ich zu viel hab, geb’ ich es schnell aus. Und wenn ich nichts hab’ – dann hab ich nichts.“

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Die Lebensweisheit eines Mannes, dem wegen Mordes und dreifachen Mordversuchs die Unterbringung in der Psychiatrie droht. Der einer Familie den Vater nahm. 

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MC

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