Er liebte die Berge - bis in den Tod

Nach Tod ihres Mannes in den Bergen: Ehefrau spricht

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Das Tennengebirge im Salzburger Land.

Salzburg - Vor knapp einer Woche stürzte ein 42 Jahre alter Bergsteiger aus München im Salzburger Land in den Tod. Seine Frau musste das Drama in den Bergen anschauen. Nun spricht sie über das tragische Ereignis.

Das Tennengebirge im Salzburger Land war seine Welt. So oft es ging, verbrachte Polizist Günter S. († 42) seine Freizeit in diesem schroffen Gebirgsmassiv. Den Weg zur Laufener Hütte kannte er wie seine Westentasche. Ende August stürzte der Traunsteiner beim Abstieg in den Tod – vor den Augen seiner Frau Jasmin. Auf der Internetseite des Alpenvereins Laufen schildert die Ehefrau, wie sie den furchtbaren Absturz ihres geliebten Günter erlebt hat.

Eigentlich hatte das Polizisten-Ehepaar schon am Freitag vor dem Unfall von der Laufener Hütte absteigen wollen. „Aber weil es halt oben wieder so wunderschön war, sind wir geblieben und früh am Morgen aufgebrochen“, erzählt die Ehefrau.

Bei der Wandalm schlug das Schicksal zu

Am Samstag gegen 7.15 Uhr hatten sich Günter und Jasmin S. dann zum Abstieg aufgemacht. Auf dem Weg zur Laufener Hütte gibt es nur wenige Stellen, die wirklich gefährlich sind. An einer dieser Stellen, einer steilen, baumlosen Rinne bei der Wandalm, schlug das Schicksal erbarmungslos zu.

Jasmin S. ging da gerade ein paar Schritte vor ihrem Günter, als ein Geräusch sie aufschreckte. Sie drehte sich um und sah, wie ihr Mann sich zweimal überschlug und in der Tiefe verschwand. Obwohl der Polizistin in diesem Moment bewusst gewesen war, dass ihr Mann diesen Sturz nicht überleben konnte, hoffte sie auf ein Wunder.

Retter können Günter S. nur noch tot bergen

Sie alarmierte den Wirt der Laufener Hütte, ein Freund des Paares machte sich sofort auf und lief zur Unglückstelle. Nach langen Minuten traf schließlich ein Hubschrauber samt Notarzt ein. Die Retter konnten Günter S., der rund 100 Meter unter der Absturzstelle lag, aber nur noch tot bergen.

Beim Abstieg von der Laufener Hütte stürzte Günter S. in den Tod. 

Seine Frau Jasmin kann das alles noch gar nicht fassen: „Seit 1994 war Günter praktisch bei jeder Witterung auf die Hütte gegangen und auch wieder runter. Nie war etwas passiert. Und nun das Unglück bei sonnigem und trockenem Wetter.“ Erst vor drei Jahren hatten die beiden auf einer Alm am Hochkönig geheiratet; das Paar liebte die Berge über alles. Gerade deshalb wohl sagt Jasmin: „Ich schaue auf den Berg ohne Groll.“ Auch wenn er ihr die Liebe ihres Lebens genommen hat... 

jam

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