46-Jährige bemerkt Rauch und schlägt Alarm

Nachbarin rettet fünf Kinder vor dem Feuer

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Die Feuerwehr bekämpfte das Feuer von der Leiter aus. Trotz des schnellen Eingreifens wurde das Dachgeschoss zerstört. Inzwischen ist das Haus abgedeckt.

Vaterstetten - Einer aufmerksamen Nachbarin ist es zu verdanken, dass fünf Kinder im Alter von zwei bis 13 Jahren bei einem Reihenhausbrand nicht getötet wurden. Diese waren zu dem Zeitpunkt alleine zu Hause.

Samstagmittag in Weißenfeld, einem kleinen Ort nördlich der Gemeinde Vaterstetten. Die Mahlzeiten, die in den Häusern gerade zubereitet werden, entfalten appetitanregende Aromen. Doch in diese Düfte mischt sich Verbranntes. Iris von Bassenheim riecht den beißenden Rauch. Beim Nachbarn qualmt es aus dem Dachgeschoss! Die 46-jährige Frau läuft rüber, klingelt – und es wird die Tür geöffnet. Von Bassenheim ruft hinein: „Kommt raus – es brennt!“ Sie dürfte so fünf Kinder – das jüngste ist erst zwei Jahre alt – vor Schlimmerem bewahrt haben.

Die Kinder im Alter von zwei bis 13 Jahren hatten sich zu dem Zeitpunkt alleine in dem Reihenhaus befunden. Die Eltern dürften nur kurz etwas erledigt haben, wie viele andere an Samstagen auch. Eins nach dem anderen der Kleinen kam heraus. Sie wirkten wegen der dramatischen Situation etwas verstört und schüchtern, doch alle befanden sich in Sicherheit und niemand hatte sich eine Verletzung zugezogen. Was für ein Glück!

Kaum waren die fünf Kinder im Freien, traf auch schon die Feuerwehr ein. Die Helfer wurden mit einem Vollbrand des Dachstuhls konfrontiert. „Die machten einen Superjob“. lobt von Bassenheim, die die Löscharbeiten beobachtete. Zumal auch ein Übergreifen der Flammen, was auch ihr Heim betroffen hätte, verhindert wurde.

Währenddessen versuchten weitere Anwohner, die Kinder auf andere Gedanken zu bringen. Sie brachten sie auf einen nahegelegenen Spielplatz, wo sie auf ihre Eltern warteten. Diese waren vom Handy der älteren Tochter aus angerufen worden.

Die Familie wohnt mittlerweile in einem Hotel in Vaterstetten, die Zimmer hat die Gemeinde organisiert und sie werden von ihr bezahlt. Wie gut der Zusammenhalt ist, zeigt auch, dass die Familie aus der Nachbarschaft Hilfsangebote bekamen. Dabei wohnen die Kinder und ihre Eltern erst seit wenigen Wochen in der Gemeinde. Viel länger lebt Iris von Bassenheim im Ort. Sie sieht sich nicht als eine Lebensretterin. „Dass ich geklingelt habe, war nichts Besonderes, das hätte doch jeder gemacht.“

Das Dachgeschoss des Reihenhauses wurde bei dem Brand komplett zerstört. Die Polizei geht von einem Schaden zwischen 50.000 und 100.000 Euro aus. Nach ersten Erkenntnissen der Kripo Erding könnte das Feuer an einer Kochstelle ausgebrochen sein.

ff/mc

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