Schwangere ermordet: Täter gefasst

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In diesem Haus wurde die tote Frau gefunden.

Taufkirchen - Der schreckliche Mord einer hochschwangeren 21-Jährigen aus Taufkirchen ist geklärt. Ein 18 Jahre alter Mann aus Erding gestand die Tat, die er mit äußerster Grausamkeit verübt hatte. Er soll der Vater des ungeborenen Kindes sein.

Was in der Nacht auf Montag in einer Wohnung in Taufkirchen an der Vils (Kreis Erding) passierte, lässt sich nur als Gemetzel beschreiben. Mehr als hundert Mal hat ein Mörder auf die hochschwangere Zorica H. (21) eingestochen. Immer wieder, wie von Sinnen. Zuvor hatte er die junge Frau auch noch gefesselt. Was für eine Bestie!

Zorica H.

Die Kripo Erding konnte aber den Täter schnell ermitteln und überführen: Es handelt sich um den werdenden Vater Harun A. (18), der mit Zorica eine flüchtige Beziehung hatte. Der ehemalige Verkäufer hat bereits ein Geständnis abgelegt. Am Dienstagnachmittag war die Polizei in die Wohnung der hochschwangeren Zorica H. eingedrungen. Eine besorgte Nachbarin hatte zuvor die Beamten alarmiert. Die Polizei fand die tote Frau - die Leiche lag gefesselt im Schlafzimmer. „Der Täter ist mit unglaublicher Brutalität vorgegangen. Der Leichnam wies zahlreiche Schnitt- und Stichwunden auf“, berichtet Hans-Peter Kammerer, der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord. Da das Opfer hochschwanger war - das Töchterlein sollte Ende März zur Welt kommen - nahm die Kripo die Ermittlungen im persönlichen Umfeld auf. Kammerer: „Da lag es nahe, nach dem Kindsvater zu suchen.“

Bilder vom Tatort

Polizisten finden 21-Jährige tot in Wohnung

So geriet der 18-Jährige schnell ins Visier der Fahnder. Er wurde in seiner Wohnung angetroffen. Harun A. war bislang nicht vorbestraft. „Wir haben ihn auf die Wache gebeten, um ihn zunächst als Zeugen zu vernehmen“, berichtet Kammrer weiter. Zunächst habe der junge Mann jegliche Tatbeteiligung abgestritten. Dann aber stellte sich heraus: Harun A., ein deutscher Staatsbürger türkischer Abstammung, hatte offenbar in mehreren Punkten gelogen. Ab diesem Zeitpunkt wurde er als Tatverdächtiger vernommen, was ihm auch mitgeteilt wurde:

Gegen 22 Uhr habe Harun A. schließlich die Tat gestanden. Das Motiv lieferte er gleich mit. Den Erkenntnissen zufolge hatte Zorica, die für ihren Lebensunterhalt in Diskotheken und in Supermärkten jobbte, den jungen Mann in der Nacht auf Montag zu einer Aussprache in ihr Appartement mitten in Taufkirchen gebeten.

Bei dem Gespräch ging es um die anstehende Geburt des Kindes. Zorica machte ihm dabei klar, dass sie ihn trotz der relativ kurzen und inzwischen beendeten Beziehung für den Vater des Mädchens halte. Sie wolle die Frage nach dem Unterhalt klären. Kammerer: „Der mutmaßliche Täter erzählte uns, dass die Frau sehr deutlich wurde. Dann hat er nach einem Küchenmesser gegriffen, das zufällig auf einem Tisch lag.“ Immer wieder stach der derzeitige Umschüler auf die schwangere Ex-Freundin ein. Bei der Obduktion bei der Rechtsmedizin in München wurden über hundert Stiche gezählt. Die junge Frau muss innerhalb kürzester Zeit tot gewesen sein.

Harun A.

Die Nacht verbrachte der Täter in der Zelle. Am Mittwoch Nachmittag wurde er dem Haftrichter vorgeführt. „Wir ermitteln wegen Mordes“, so Kammerer. Die Staatsanwaltschaft Landshut - Ankläger Ralph Reiter war bereits bei den ersten Ermittlungen am Tatort zugegen - beantragte Haftbefehl. Ein Ermittlungsrichter ordnete umgehend U-Haft an. Bei der Kripo in Erding ist man stolz über den raschen Fahndungserfolg. Kripochef Gerhard Roider berichtet, dass zwölf Beamten die ganze Nacht über an dem Fall gearbeitet haben. Hinzu kamen Ermittler der Spurensicherung. „Wir sind wirklich sehr erfreut, dass wir dieses schwere Verbrechen binnen Stunden aufklären konnten.“

Harun A., bei dem noch das Jugendstrafrecht angewendet werden dürfte, muss mit einer Höchststrafe von zehn Jahren rechnen. Auch wenn bei der Tat das Kind im Mutterleib ebenfalls starb, könne der Vorwurf keinesfalls auf Doppelmord lauten, so die Staatsanwaltschaft. „Das Kind war noch nicht geboren, darum können wir juristisch nicht von einem Tötungsdelikt sprechen.“ Der Vorwurf könne höchstens auf einen zwangsweisen Abbruch einer Schwangerschaft lauten.

ham/jam/mc

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