Ziemlich freizügig

Skandal in diesem Haus: Nachbarn beobachten Sex-Dienste 

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Aus diesem Einfamilienhaus in Neuried haben die neuen Mieter ein Bordell gemacht. 

Neuried -  In einem Einfamilienhaus in einem Wohngebiet in Neuried (Kreis Würmtal) wurden illegale Liebesdienste angeboten. Die Nachbarn konnten dabei sogar zuschauen. 

Besonders viel Mühe haben sich die Puffbetreiber nicht gegeben, ihr Gewerbe zu tarnen. Wie die Polizei mitteilt, hatten die Anwohner am Heimgartenweg im beschaulichen Neuried nämlich einen einwandfreien Einblick darauf, was sich in den sechs Zimmern in dem Einfamilienhaus so abspielte. Jugendfrei war's jedenfalls nicht. "Seit Frühjahr gingen bei uns mehrere Beschwerden der Anwohner ein", erklärt Eva Pooske, Kriminalhauptkommissarin und Leiterin der Ermittlungen.

Freier gingen dort ein und aus, mehrere Damen boten sich für Sex an. Die Polizei erhielt bereits ab dem Frühjahr 2016 Anrufe von empörten Anwohnern, am Dienstag schlug sie nun zu. 50 Beamte waren zur Hausdurchsuchung angerückt, während ein Freier draußen wartete. 

50 Beamte rücken an - ein Freier wartet draußen

Aus diesem Einfamilienhaus in Neuried haben die neuen Mieter ein Bordell gemacht. 

Und der Verdacht bestätigte sich: Die Mieter, eine Polin und ihr Lebensgefährte (beide 34), hatten das Haus zu einem Puff umgebaut und schalteten im Internet Anzeigen. Verlangt wurden "übliche Münchner Preise", wie Pooske ausführt: halbe Stunde 50 Euro, ganze Stunde 120 bis 130 Euro. Die Prostituierten wechselten. 

Erlaubt ist das nicht: Neuried liegt zwar außerhalb des Sperrbezirks, hat aber mit 8503 Einwohnern zu wenige Einwohner für Rotlichtgewerbe. "Rotlichtgewerbe ist erst ab einer Einwohnerzahl von mindestens 30 000 erlaubt", erklärt Pooske. Deshalb haben die beiden Polen das Haus auch unter einem Vorwand angemietet: Sie gaben an, dass sie es zur Beherbergung von polnischen Arbeitern, die in ihrem Bauunternehmen tätig seien, brauchen würden.

34-jährige Polin war die Puff-Mutter

Gegen die 34-jährige Polin liegen laut Polizei ausreichende Verdachtsmomente hinsichtlich Zuhälterei vor. Sie wurde festgenommen. Das Bargeld, das durch die verbotenen Liebesdienste erwirtschaftet wurde, wurde beschlagnahmt, die angetroffenen Damen im Alter von 40, 54 und 55 Jahren (alle aus Polen) wurden ebenfalls vorläufig festgenommen. Der Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl, die Ermittlungen dauern noch an.

Für die Polizei ist der Fall sehr außergewöhnlich. Privaträume würden ja immer wieder angemietet, um illegal Liebesdienste anzubieten. Aber ein ganzes Haus? Das sei schon besonders dreist. "Das hatten wir bisher noch nicht", wundert sich Pooske.

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