Rauschende Ballnacht endet mit Riesenschreck

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Hier brach das Feuer auf der Toilette aus.

Hallbergmoos - Es war ein rauschender Ball - aber er endete mit einem Riesenschreck. Sechs Ballgäste zogen sich nach einem Feuer in der Toilette des Hallbergmooser Gemeindesaals eine Rauchvergiftung zu.

Noch nie war für die örtliche Feuerwehr der Weg zum Brandeinsatz so kurz gewesen: Eine einzige Treppe. Der Saal, in dem in der Nacht zum Sonntag der Ball der Narrhalla stattgefunden hatte, liegt genau über dem Gerätehaus der Floriansjünger. Und: Unter den ersten Ballgästen, die in die rauchende Toilette stürmten, waren auch einige Feuerwehrleute, die privat auf dem Ball waren. Sie zogen sich zum Teil schwere Rauchgasvergiftungen zu.

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Es war schon fast fünf Uhr. Der Ball war wunderschön gewesen, wie Narrhalla-Vizepräsidentin Monika Lackermeier berichtet. „Wir ließen ihn gerade mit einem Weißwurstessen, zusammen mit der Garde, ausklingen“. Einige räumten auf, andere zwitscherten noch ein Gläschen. 20 bis 30 Gäste waren noch da. „Wir wollten grad die letzten rausschmeißen“, erzählt Lackermeier. Da war der Spaß mit einem Schlag vorbei. Dichter beißender Rauch kam aus dem Herrenklo.

Sofort stürmten einige Männer, darunter auch Mitglieder der Feuerwehr, auf die Toilette. „Sie rissen die Fenster auf und schauten nach, ob jemend drin ist“, berichtet die Narrhalla-Vizechefin. Dabei schluckten einige zuviel Rauch. „Einer, den es besonders schwer erwischt hatte, bekam Sauerstoff“, fasste gestern Kommandant Walter Schreck zusammen. Insgesamt mussten sechs Gäste mit Rauchvergiftungen ins Klinikum Freising und in ein Münchner Krankenhaus eingeliefert werden. Die ersten wurden am gestrigen Vormittag bereits wieder entlassen. „Andere müssen noch länger zur Beobachtung stationär da bleiben“, brachte Monika Lackermeier in Erfahrung.

Der Brand an sich war kein Problem: Drei Feuerwehrler unter den Gästen waren runter ins Gerätehaus gerannt und hatten Feuerlöscher geholt: „Das Feuer war bereits aus, als wir eintrafen“, berichtet Kommandant Schreck. In Brand gesteckt worden war ein Papierspender, der unter enormer Rauchentwicklung restlos verschmorte. „Wir mussten eigentlich nur noch entlüften“, so Schreck. Im Einsatz waren dennoch zwölf Floriansjünger, die First Responder Gruppe aus Goldach sowie ein Rettungsteam der Maltester samt Notarzt. Ein halbes Dutzend „Rauchopfer“ musste behandelt werden.

Für einige Minuten herrschte helle Aufregung im Gemeindesaal. „Einige liefen vorne raus, einige hinten über den Notausgang“, berichtete Lackermeier. Das verlief ganz geordnet. Panik gab es aber kurzfristig, weil einige ihren Partner vermissten. Das klärte sich aber rasch auf - alle fanden sich wieder.“

Der Brand hatte Nachwirkungen. Zum einen musste der für Sonntag anberaumte Kinderball abgesagt werden. „Der Saal ist noch verraucht, das Klo total schwarz.“ Außerdem wurde der Saal wegen der laufenden Ermittlungen der Brandfahnder gesperrt. „Die lassen uns gar nicht rein“, berichtete Monika Lackermeier. Ihr war gestern „am Wichtigsten, dass wieder alle ganz gesund werden“. Es tut ihr aber auch „leid um den schönen Ball“. Man habe jetzt drei, vier Jahre Aufbauarbeit geleistet. Der Ball sei perfekt gelaufen - der Lohn für all die Mühe der Narrhallesen. „Und jetzt das“.

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