Ein Wolf? Ganz und gar nicht...

Schafe brutal gerissen: Kamera überführt Übeltäter

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Schlimmer Anblick: Das ist eines der beiden gerissenen Mutterschafe

Sensau – Sepp Huber, Landwirt aus Sensau, war geschockt: In seinem Unterstand fand er die Überreste eines Lämmchens, daneben das zerfetzte Mutterschaf. Huber stellte eine Kamera auf - und sah den Übeltäter.

Was wird ihm nicht alles nachgesagt. Schlau soll er sein und listig. An genau so ein Exemplar, eine Ausgeburt an Durchtriebenheit, ist Sepp Huber, Landwirt aus Sensau (Gemeinde Steinhöring) jetzt geraten. Ja, Meister Reinecke macht dem ehemaligen Lehrer das Leben schwer. Huber kriegt kaum noch ein Auge zu, denn ein Fuchs hat es auf seine Schafherde abgesehen.

„Das Drama begann vor zwei Wochen“, erzählt Huber immer noch total schockiert. Da kommt er morgens in den Unterstand, wohin sich die Schafe normalerweise zur Nacht zurückziehen, und findet dort die kläglichen Überreste eines Lämmchens und daneben ein zunächst noch zappelndes, aufgerissenes Mutterschaf, das schließlich von seinen Qualen erlöst werden muss.

„Die Schafe brauchen einen Psychotherapeuten“: Sepp Huber ist entsetzt. Seit der Fuchs in dem Unterstand sein Unwesen treibt, ist die gesamte Schafherde total verängstigt.

Welches Tier ist in der Lage derart brutal vorzugehen? Huber denkt erst einmal an einen großen Hund. „Da habe ich die Polizei benachrichtigt“, sagt er. Die wiederum informiert das Landesamt für Umwelt. Es hätte sich ja auch ein Wolf auf den Weg in Hubers Stall gemacht haben können. Die Fachleute haben Proben genommen und Spuren verglichen. Klarheit brachte aber eine Videokamera, die Huber selbst aufgestellt hat: Ein Prachtexemplar von einem Rotrock ist der Übeltäter. „Fast so groß wie ein Schäferhund“, staunt Sepp Huber. „Richtig arrogant ist der Fuchs da durchs Bild stolziert.“ Ein paar Tage herrscht Ruhe. Inzwischen hat der zuständige Jäger einen mobilen Jagdstand aufgebaut und versucht, den Rotrock von dort aus zu erwischen. Aber: nichts!

Statt vor die Flinte marschiert Reinecke lieber wieder zur Schafherde. Vor laufender Kamera hat er noch mal ein Lämmchen aufgefressen und ein zweites Mutterschaf brutal getötet. „Die ganze Herde – rund 60 Schafe und Lämmer – ist jetzt total verstört“, sagt Huber. „Die brauchen ja fast schon einen Psychotherapeuten.“

Hier geht's zu dem Video

Und der durchtriebene Fuchs lässt nicht locker. Seit vergangener Woche sitzt Huber Nacht für Nacht vor dem Monitor. Mal kommt Reinecke um 2 Uhr, mal um 3 Uhr in den Stadl. Und in der Nacht zum Montag gar erst um kurz vor 6 Uhr. „Ich habe sofort den Jäger gerufen“, sagt Huber. Aber: wieder nichts! Erst nachdem der Waidmann in die Arbeit gefahren war, lässt sich der Fuchs wieder blicken. Huber: „Bis auf zehn Meter bin ich an ihn rangekommen.“ Fast hätte er ihn erwischt. „Der ist rotzfrech!“ Als der Räuber schließlich weglief, habe es „einen Riesenschnalzer gemacht“. Der Fuchs hatte sich für einen Moment im Elektrozaun verfangen und einen ordentlichen Schlag abbekommen. Ob’s reicht, ihn ein für alle mal von den Schafen abzuhalten? Sepp Huber wird sich auf jeden Fall weiterhin vor seinem Monitor die Nächte um die Ohren schlagen.

Sabine Heine

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