Erding

Schleusung, Beleidigung, Steuerhinterziehung: Drei Gesuchte am Flughafen geschnappt

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Regelmäßig verfangen sich mit Haftbefehl gesuchte Personen im Fahndungsnetz der Bundespolizei am Münchner Flughafen - im Schnitt zwei am Tag. Es können aber auch mal mehr sein (Symbolbild). 

München - An einem Nachmittag haben Bundespolizisten am Flughafen drei Reisende festgenommen. Teilweise waren sie schon seit Jahren gesucht. 

Bundespolizisten haben am Montag innerhalb weniger Stunden drei mit Haftbefehl gesuchte Reisende festgenommen. Eine 38-Jährige und ein 44-Jähriger konnten ihre Strafen vor Ort bezahlen, ein 35-Jähriger musste die Haft antreten.

Der 35-jährige Kosovare lief den Bundesbeamten in die Arme, als er aus seinem Geburtsland in München ankam. Der Simbacher war im April 2015 von Rosenheimer Bundespolizisten als Schleuser entlarvt und verhaftet worden. Schon damals hatte er wohl 21 Tage in Untersuchungshaft verbracht. Ein Richter am Amtsgericht Laufen hatte dann mit den Ermittlungsergebnissen der Grenzpolizisten im Dezember 2015 einen Strafbefehl in Höhe von 120 Tagessätzen zu 50 Euro wegen Einschleusens von Ausländern zugunsten mehrerer erlassen. Da der Verurteilte diesen Strafbefehl aber offensichtlich ignoriert hatte, schrieb die Rosenheimer Staatsanwaltschaft ihn im Juni dieses Jahres zur Fahndung aus. 

Nachdem Bundespolizisten am Münchner Flughafen den Gesuchten jetzt festgenommen hatten, lieferten sie ihn in die Münchner Justizvollzugsanstalt ein. Hier muss der 35-Jährige nun noch 99 Tage seiner Strafe absitzen, nachdem er die geforderte Restgeldstrafe nicht bezahlen konnte.

370 Euro und 50 Cent oder zehn Tage Ersatzhaft schuldig

Eine knappe Stunde vor dem Kosovaren ging den Bundespolizisten ein Tunesier ins Netz. Der 44-Jährige musste auf dem Weg in sein Geburtsland einen Zwangshalt bei der Bundespolizei einlegen. Als Beamte den Neufahrner zur Ausreise nach Tunis kontrollierten, entdeckten sie eine Fahndungsnotiz der Staatsanwaltschaft Augsburg aus dem Jahr 2014. Der Tunesier hat sich offenbar nach einer Verurteilung wegen Beleidigung bis dato der Strafverfolgung entzogen. So war er der bayerischen Justiz 370 Euro und 50 Cent oder 10 Tage Ersatzhaft schuldig geblieben. 

Nach seiner Festnahme bezahlte der Gesuchte den geforderten Geldbetrag bei den Bundespolizisten direkt in bar und konnte so auch seinen gebuchten Flug noch erreichen.

Vor vier Jahren verurteilt - erst jetzt festgenommen

Knapp drei Stunden nach dem Kosovaren und ebenfalls mit einem Haftbefehl im Gepäck tauchte eine 38-jährige Deutsche im Erdinger Moos auf. Bundespolizisten nahmen die Frau fest, als sie nach ihrer Ankunft aus Istanbul die Einreisekontrolle durchlief. Die gebürtige Münchnerin war der deutschen Justiz 938,50 Euro oder ersatzweise 35 Tage Haft aus einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung schuldig geblieben. 

Das Amtsgericht in Landshut hatte die Frau bereits im März 2012 verurteilt. Da die Münchnerin aber offensichtlich das damalige Urteil ebenso wenig ernst genommen hatte wie zuvor die deutschen Steuergesetze, schrieb die Staatsanwaltschaft Landshut die säumige Zahlerin im November 2012 zur Fahndung aus. Nachdem Bundespolizisten am Moos-Airport die Gesuchte jetzt festgenommen hatten, zahlte die 38-Jährige den offen stehenden Betrag inklusive der Verfahrens- und Verwaltungskosten dann doch und durfte so die Wache der Bundespolizei auch wieder verlassen.

mm/tz

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