Er legt Giftköder aus

Die Jagd auf den Hundehasser

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Die Polizeichefs Klaus Frank (li.) und Andreas Ruch mit den Schüler-Praktikantinnen Alexandra und Sarah, die das Fahndungsplakat entwarfen.

München - Seit Dezember treibt ein Hundehasser in Germering und Umgebung sein Unwesen und legt Giftköder aus. Die Polizei will den Täter schnappen und bittet um Mithilfe.

Es ist nur eine Vermutung. Doch die ist nicht von der Hand zu weisen: Hat eine Diskussion im Bayerischen Rundfunk den Germeringer Hundehasser zu seinem gefährlichen Feldzug veranlasst? In Germering diskutierte BR-Moderater Tilmann Schöberl im Herbst vergangenen Jahres im Rahmen seiner Sendung BürgerForum live mit Fachleuten, Betroffenen und Bürgern zum Thema: „Wenn Bello zur Bestie wird: Müssen Hunde an die Leine?“ Anlass für die emotionsgeladene Diskussion waren Hunde-Angriffe, bei denen mehrere Menschen teils schwerst verletzt wurden – darunter auch die kleine Pauline (2).

Kurz vor Silvester begann dann die unheilvolle Giftköder-Serie, die bereits zwei Hunde tötete und mehrere andere Hunde in höchste Gefahr brachte. Seit dem 29. Dezember 2012 wurde in Germering, Gauting, Krailling und zuletzt in Zankenhausen immer wieder mit Schneckenkorn versetztes Hackfleisch entlang beliebter Gassi-Wege ausgelegt.

Ein einziges Mal sah ein Kind einen älteren Mann, der ohne erkennbaren Grund Anfang Februar mit einer Stofftasche durchs verschneite Unterholz lief und die Kleine böse anfunkelte, als er sie sah. Ob das der Täter war, vermögen die Germeringer Polizeichefs Klaus Frank und Andreas Ruch sowie der Germeringer Stadt-Jurist Jochen Franz nicht einzuschätzen: „Wir sind nun auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. Wir nehmen diesen Fall sehr ernst, denn er brachte großen Kummer in die Familien und beeinträchtigt das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger. Zudem besteht die Gefahr, dass ein Kleinkind solch einen Köder probieren könnte.“ Am gestrigen Donnerstag wurden entlang der beliebten Spazierwege 30 Fahndungsplakate an die Bäume gehängt.

Hunde, die Symptome wie Erbrechen, Bauchkrämpfe oder ungewöhnliche Erschöpfungszustände zeigen, müssen schnell zum Tierarzt gebracht werden. Wer eine verdächtige Beobachtung macht, sollte sofort (!) die Germeringer Polizei (Tel. 089/894157-0) oder den Notruf 110 anrufen. Von privater Seite wurden 1000 Euro Belohnung auf den Täter ausgesetzt.

D. Plange

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