Bei der Sicherheitsgesellschaft

Mittwoch ab 5 Uhr: Streik am Flughafen München

München - Passagiere am Münchner Flughafen müssen sich am Mittwoch auf Einschränkungen gefasst machen: Die Gewerkschaft Verdi ruft zu Streiks auf.

Böse Überraschung für viele Fluggäste am Mittwochmorgen auf dem Münchner Airport. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Sicherheitsgesellschaft am Flughafen München (SGM) zu einem dreistündigen Warnstreik aufgerufen – ab fünf Uhr morgens. Betroffen davon: Die Personenkontrollen.

Es könne zu Verzögerungen bei der Passagierabfertigung kommen, so Verdi. Ob es dadurch auch zu Flugausfällen kommen könnte, wollte Verdi nicht prognostizieren.

Die SGM ist eine 100-prozentige Tochter des Freisstaats Bayern. Die Mitarbeiter werden nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst bezahlt. In der aktuellen Lohnrunde fordert Verdi ein Plus von sechs Prozent mehr Lohn. Verdi begründet die satte Forderung damit, dass der Öffentliche Dienst bei der Einkommensentwicklung rund vier Prozent hinter der privaten Wirtschaft her hinke. „Da gibt es enormen Nachholbedarf“, so Heinrich Birner, Verdi-Geschäftsführer München und Region. „Die Forderung von sechs Prozent ist für die Beschäftigten im teuren Ballungsraum München sowieso am unteren Ende dessen, was eigentlich notwendig wäre.“

Der Streik verschärft noch einmal das Verhältnis zwischen den SGM-Mitarbeitern und der Geschäftsführung des airports. Denn das ist seit dem Streit um die einführung neuer Sprengstoffspürgeräte tief gespalten. Statt sich hinter die Beschäftigten zu stellen, die im vergangenen Herbst über massive gesundheitliche Beschwerden klagten, hatte die Geschäftsführung „die Probleme nur abgewiegelt und kleingeredet“, so Verdi. Gegen Gewerkschaftssekretär Ulrich Feder, der sich der erkrankten Mitarbeiter angenommen habe, hätte die Geschäftsführung zudem sogar Anzeige wegen Verleumdung erstattet, so Verdi. Das Verfahren habe die Staatsanwaltschaft allerdings eingestellt.

Das Thema stand am Dienstag auch im Gesundheitsausschuss des Landtages auf der Tagesordnung. Dabei wies das Innenministerium jegliche vermutete Gesundheitsgefährdung durch Ausdünstungen der Sprengstoffspürgeräte zurück. Der zuständige Beamte verwies dabei auf mehrere Gutachten verschiedener Institute.

Allerdings berichtete er zugleich von 150 Mitarbeiter-Beschwerden über „Geruchserscheinungen“ sowie 113 „Befindlichkeitsstörungen“ von Beschäftigten, seit die Geräte wieder im Einsatz sind.

Die meisten der geäußerten Symptome seien aber identisch mit klassischen Erkältungserscheinungen. Der Anteil der Krankmeldungen sei im April zudem sogar niedriger als im vergangenen Jahr.

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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