Unheimliche Entdeckung

Sturm legt menschliche Knochen frei

+
Der Sturm brachte in Jakobsbaiern Unheimliches hervor: Die alte Linde ist umgefallen und hat Knochen freigelegt.

Baiern - Unheimliche Entdeckung in Jakobsbaiern: Eine alte Linde fällt dem Sturm zum Opfer, klappt zurück und legt menschliche Knochen frei.

Die alte Linde in Jakobsbaiern hat schon manchem Sturm Stand gehalten. Den Orkanböen am Wochenende musste sich der Baum aber dann doch geschlagen geben. Die Linde fiel auf eine Schreinerei und hat dabei den Blick auf verblichenes Leben eröffnet. Unter ihren Wurzeln kamen menschliche Knochen zum Vorschein.

Ein menschlicher Oberschenkelknochen war noch gut erkennbar.

Am Montagvormittag war die Glonner Feuerwehr mit der Drehleiter im Einsatz. „Wir haben nochmal ein paar morsche Äste entfernt, damit die nicht auch noch aufs Dach fallen können“, berichtete Hannes Zeller nach dem Einsatz. Außerdem hatten zwei weitere Bäume eine bedenkliche Schräglage bekommen, sagt Josef Eglseder, auf dessen Werkstatt die Linde mit einem lauten Krach gestürzt war. Aber was hat es mit den Knochen auf sich, die unter dem aufgeklappten Wurzelteller zum Vorschein kamen?

Gut erkennbar ist noch ein menschlicher Oberschenkelknochen, andere Gebeine und sogar ein Schädel sollen schon entfernt worden sein.

Früher war an der Stelle ein Friedhof

Einer, der weiß, warum hier Knochen liegen, ist Kurat Johann Prechsl, Pfarrer im Ruhestand, der in der Pfarrei immer noch aushilft, wenn Not am Mann ist. „Früher war hier ein Friedhof“, sagt Prechsl zu dem Gelände rund um den „alten Turm“ in Jakobsbaiern. Der Turm ist nämlich ein Relikt einer Kirche, die im Jahr 1908 abgerissen wurde. „Und wie es früher so üblich war“, sagt Prechsl, „war um die Kirche herum der Friedhof.“

Drei Jahre nahm damals der Bau des neuen Gotteshauses in Anspruch. „Die neue Kirche wurde im Jahr 1911 eingeweiht.“ Allein der alte Turm blieb stehen und der Friedhof geriet nach und nach in Vergessenheit. „Da waren zum Schluss nur noch wenige Grabsteine“, so Prechsl. „Und zum Teil waren die sogar locker. Das war gefährlich.“ Also wurde der Friedhof aufgelassen. „Die Burschen haben damals die Grabsteine an der neuen Friedhofsmauer wieder aufgestellt, damit alles seine Ordnung hat“, weiß Prechsel.

Jetzt hat der hochgeklappte Wurzelteller den Blick freigegeben auf die Knochen von Verstorbenen, die hier bestattet worden waren und auch hier immer noch ruhen. Denn, auch wenn der Friedhof eingeebnet wurde, „die Knochen blieben drin“, so Prechsl. Obwohl mit dem Bau des neuen Gotteshauses die Katholische Gemeinde sozusagen ein neues Heim bekam, hängen die Jakobsbairer doch an ihrem alten Turm. „Einmal im Jahr findet hier eine alpenländische Maiandacht statt“, berichtet eine Nachbarin. Außerdem wurde neben dem alten Turm eine Grotte errichtet. Auf dem Gelände werden manchmal Feldgottesdienste abgehalten. Dazu wird eine Bühne aufgebaut.

Noch lehnt die Linde auf dem Hausdach. Sie soll aber in den nächsten Tagen abgetragen werden, sagt Eglseder. Eine unmittelbare Gefahr gehe von dem Baum derzeit nicht mehr aus, bestätigt Feuerwehrmann Hannes Zeller. Wenn der Baum abgeschnitten ist, kann der Wurzelteller zurückgeklappt werden. Dann haben die Toten ihre Ruhe wieder. „Das ist keine große Sache“, so Eglseder. Das sieht auch Bürgermeister Josef Zistl so: „Der Wurzelstock kommt wieder drauf. Dann ist der alte Zustand wieder hergestellt. Das ist mit der Kirche abgesprochen.“

auch interessant

Meistgelesen

Mieter-Angst in Puchheim: Familie soll wegen Eigenbedarfs raus
Mieter-Angst in Puchheim: Familie soll wegen Eigenbedarfs raus
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?
Sexueller Missbrauch: Speichelproben sollen Täter überführen
Sexueller Missbrauch: Speichelproben sollen Täter überführen
Totalsperre auf der A99: Unfall mit Gefahrgutlaster
Totalsperre auf der A99: Unfall mit Gefahrgutlaster

Kommentare