Furkan (7) und Kaan (9) sterben

Nach Horror-Unfall auf der A9: Erding weint um zwei Buben

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Erding - Bei einem Horror-Unfall auf der A9 starben am Dienstag die beiden Buben Furkan (7) und Kaan (9) aus Erding. Die Schuld trägt ein Raser. Erding weint um die beiden toten Kinder.

Der Wagen der Familie wurde mit voller Wucht von dem BMW erwischt.

Sie waren über die Ferien auf Verwandtenbesuch in Frankfurt am Main gewesen. Doch nun freute sich die Familie K. aus Erding auf ihr Zuhause. Zu sechst saßen sie in der Großraumlimousine Seat Alhambra, die für sieben Personen zugelassen ist: die vier Kinder und ihre Eltern, Mutter Hamoide (37) und Vater Cafer (50). Auf Höhe des Parkplatzes Gelbelsee an der A9 schlug das Schicksal unvorstellbar grausam zu und riss die Familie für immer auseinander: Wegen eines Rasers kam es zu einem Unfall, die Buben Furkan (7) und Kaan (9) wurden dabei aus dem Auto geschleudert und starben.

Es passierte am Dienstag gegen 15 Uhr. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Altmühltal und Denkendorf herrschte wegen des Regens ein temporäres Tempolimit von 80 Stundenkilometern, denn der Asphalt war nass. Auf der linken Spur raste trotz dieser Umstände ein 49-jähriger Münchner mit seinem BMW 640d (Höchstgeschwindigkeit 250 km/h) Zeugenangaben zufolge mit „völlig überhöhter Geschwindigkeit“.

Auf Höhe des Rastplatzes verlor er die Kontrolle über sein Cabrio. Das Auto krachte zunächst gegen die Lärmschutzwand der sechsspurigen Autobahn. Die Wucht war so groß, dass der BMW zurückgeschleudert wurde. Auf der mittleren Fahrspur schoss er den vorausfahrenden Seat der türkischstämmigen Familie regelrecht ab. Die Front des Vans wurde komplett zerstört, der Motor herausgerissen. Zeugen berichteten dem Erdinger Anzeiger, der Motorblock sei 70 Meter weit geschleudert, ehe er zwischen den Leitplanken liegen blieb.

Unglücksfahrer war völlig nüchtern

Schon alleine dieses belegt, dass der Seat mit unglaublicher Wucht getroffen worden war; eine Gewalt, die Furkan und seinen älteren Bruder Kaan aus dem Leben riss. Die Buben lagen auf der Fahrbahn, einer starb auf der Autobahn, der andere wenig später im Krankenhaus. Die Geschwister der beiden, Furkans Zwillingsschwester Sila und die zwölfjährige Sinem, überlebten schwerst verletzt, ebenso die Eltern. Der Unfallverursacher zog sich schwere Verletzungen zu. Er war völlig nüchtern, ein Alkoholtest bei ihm ergab null Promille. Sein Führerschein wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft gleichwohl sichergestellt. Zur Klärung der Ursache wurde ein technisches und ein unfallanalytisches Gutachten in Auftrag gegeben.

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Für die vielen Retter – sie waren mit mehreren Feuerwehren, Rettungs- und Notarztwagen sowie drei Hubschraubern im Einsatz – stellte der Unfall mit den beiden getöteten Kindern eine große psychische Herausforderung dar. In ihre Trauer mischt sich auch Wut, denn Gaffer, die versuchten, die Unfallfahrzeuge mit dem Handy zu filmen, erschwerten die Rettungsarbeiten.

In der Erdinger MevlanaMoschee, die die Familie stets besuchte, sorgte der Unfall für Trauer und Entsetzen. Eine geplante Veranstaltung wurde sofort abgesagt.

Der Streckenabschnitt der A9 zwischen Kinding bis Stammham gilt als kritisch. Allein dieses Jahr hat es dort laut Donaukurier bereits 107 Unfälle gegeben. Besonders bei Nässe erhöht sich die Gefahr. Weshalb sah sich der Münchner trotzdem zum Rasen verleitet?

Die Überlebenden der Familie K., die im Bruchteil einer Sekunde zwei ihrer Lieben verloren haben, werden für lange Zeit mit den Auswirkungen zu tun haben, wahrscheinlich sogar für immer. Nach Erding hätten sie nur noch eine Stunde Fahrt gehabt.

Markus Christandl

Markus Christandl

E-Mail:markus.christandl@tz.de

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