Kind stirbt bei Unfall auf B 471

Retter berichtet: „Das geht einem tief in die Seele“

Bergkirchen - Es war ein Einsatz, der auch erfahrenen Rettern an die Nieren ging: Bei einem Auto-Unfall am Donnerstag hat ein kleines Mädchen sein Leben verloren. Es war aus dem Auto geschleudert worden und in einem Bach gelandet.

Es war ein schrecklicher Unfall, bei dem am Mittwoch in der Früh über 50 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, THW und BRK im Einsatz waren. Ein 33-jähriger Citroën-Fahrer aus Heidenheim (Baden-Württemberg) war gegen 5 Uhr auf der B 471 in Richtung Dachau unterwegs. Auf dem Beifahrersitz saßen seine Frau (33) und seine Tochter (3). „Das Kind soll ungesichert auf dem Schoß der Mutter gesessen haben“, so die Polizei im Pressebericht. 

Hier sehen Sie ein Video von dem Unfall. 

Der Autofahrer kam von der Straße ab, das Auto fuhr auf die Leitplanke, hob ab und schlug in etwa zwei Metern Höhe in Bäume ein. Das Kind und die Frau wurden aus dem Auto geschleudert, das Kind landete im Gröbenbach. Das berichten die Dachauer Nachrichten.

„Kind im Wasser“: So lautete die Alarmierung auf dem Piepser, die THW-Helfer Manuel Mertl etwa um 5.15 Uhr erreichte: „Ich bin sofort ins THW gefahren und habe mir den Wasserrettungsanzug angezogen.“ 17 Einsatzkräfte machten sich mit dem Schlauchboot auf den Weg. „Wir haben das Boot an der Moosstraße in den Gröbenbach eingesetzt“, erzählt der Gündinger. Von da ab suchten sie flussabwärts den Bach ab.

Lebloses Mädchen hing im Gestrüpp

Nach etwa einer Stunde trieben die THW-Helfer auf eine Brücke zu. „Wir wollten mit dem Boot untendurch, aber die Brücke war zu flach.“ Die Einsatzkräfte stiegen aus. Ein Kollege, der auf der Brücke stand, suchte den Uferbereich hinter der Brücke mit der Taschenlampe ab. Dort entdeckte er das leblose Mädchen. „Das Kind hing im Uferbereich im Gestrüpp“, berichtet Manuel Mertl. Und: „Wir haben gleich angefangen, das Kind zu reanimieren.“ Mertl, der hauptamtlich Rettungsassistent beim BRK ist, hat zu diesem Zeitpunkt nur noch funktioniert, wie er sagt. „Man steht unter Adrenalin und blendet alles aus“, sagt der 26-Jährige.

Schrecklicher Unfall bei Dachau: Kind stirbt

Das Kleinkind wurde aus dem Auto geschleudert.

Bis der Kindernotarzt da war, machte Mertl mit der Reanimation weiter. Der Arzt legte an dem bewusstlosen Mädchen derweil den venösen Zugang für die Medikamente. Die THW-Kollegen bauten die Beleuchtung auf, damit der Notarzt und seine Helfer die bestmöglichen Arbeitsbedingungen hatten. Dann übernahm das Notarzt-Team, brachte das Kind in den Rettungswagen und fuhr davon. Später kam die schlimme Nachricht: Das Kind war verstorben.

Mertl sagt: „Solche Einsätze vergisst man sein Leben lang nicht – schon gar nicht, wenn es um ein dreijähriges Kind geht.“ Und da sei es auch egal, ob man hauptamtlich beim BRK arbeitet oder nur ehrenamtlich beim THW: „Das geht einem tief in die Seele …“

Rubriklistenbild: © fkn

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