Universität Weihenstephan

Rassistisch? Was steckt hinter diesem seltsamen Jobangebot?

Dieses beunruhigende Stellenangebot wurde von einer Userin in der Mensa an der Universität Weihenstephan gesichtet.

Freising - Ein skurriles Jobangebot, das am schwarzen Brett der Universität Weihenstephan aufgehängt wurde, sorgt für Stirnrunzeln. Auf den ersten Blick sieht es wie ein gewöhnlicher Abreißzettel aus, doch der Schein trügt.

In dicken Druckbuchstaben stechen die Worte "deutsch- und englischsprechend" sowie "weiblich" und "keine Asiatin" hervor. Diese Anforderungen fielen wohl auch der Dame direkt ins Auge, die während ihrer Mittagspause das fragwürdige Jobangebot am schwarzen Brett der Mensa in Freising entdeckte und die unsere Redaktion darauf hinwies. 

Gesucht wird in dem Aushang eine weibliche Bedienung, allerdings nur vorübergehend. Als Datum wird der 22. bis 24. Juni 2016 angegeben. Innerhalb dieses Zeitraums ist die ''Intersolar Europe''-Messe, die Neuheiten der Energiespeicherung in München vorstellt. Diese Information wurde allerdings nicht zusätzlich angegeben, ein Kontext lässt sich nur vermuten. Studentinnen, die sich angesprochen fühlen, sollen ein Foto an die angegebene WhatsApp-Nummer oder per E-Mail schicken.

"An einer Universität, an der sehr viele Asiatische Studierende studieren und die sich Internationalität auf die Fahne geschrieben hat, finde ich es ganz besonders schlimm'', so die verärgerte Entdeckerin des Aushangs. Denn das Jobangebot sei nicht nur rassistisch, sondern auch sexistisch. 

Noch skurriler wird es, sobald man der Internetseite folgt, diese ist ursprünglich in chinesisch verfasst und auf der Worte werben wie "professionelle Qualität" und "kultureller Austausch".

Zeit, einmal anzurufen unter der angegebenen Nummer. Eine asiatisch klingende Dame hebt den Hörer ab und weiß auch sogleich über das Jobangebot Bescheid, das an der Uni in Freising ausgehängt wurde. Auf die Frage hin, warum keine asiatischen Damen sich auf das Jobangebot melden sollen, antwortet sie: "Die Kunden wünschen sich europäische Mädchen." Wie bitte? 

Sofort stellt sich die Frage, was auf die Bewerberinnen denn zukommt. Die Kunden, welche zum Großteil aus China stammen, so die Dame, seien schlichtweg der Meinung, dass ihre Stände auf der Messe nach außen hin attraktiver für Interessenten wirken würden. Denn die großen europäischen Damen würden beim Getränkeservieren eindrucksvoller wirken. Rassistisch sei ihrer Meinung nach das Jobangebot ebenfalls nicht, offenbar hatte man sich beim Aufhängen der Abreißzettel, die angeblich vor allem rund um das Messegelände verteilt wurden, keine großen Gedanken gemacht.

Wer hat denn das Schild aufgestellt? Und vor allem: Wann?

In der Mensa des Campus können jederzeit Abreißzettel aufgehängt werden, laut einer Sprecherin der Universität müsse man dafür keine Erlaubnis einholen. Aber natürlich habe man ein Auge auf das schwarze Brett und kontrolliere regelmäßig die Aushänge. Sicher ist jedoch, dass man den rassistischen Aushang bereits entfernt hat.

Wir suchen weiterhin skurrile Aushänge - am liebsten welche, die nicht so bedenklich sind wie das besagte. Haben Sie was entdeckt? Schicken Sie's uns.

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