Verfangen im Paragrafen-Dschungel

Warum dieser Flüchtling nicht in Garching kicken darf

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Zurück in Großhadern: Seck darf nicht für Garching kicken.

Garching - Wer als Flüchtling nach Deutschland kommt, hat viele bürokratische Hürden zu überwinden. Manche sind zu hoch, selbst für richtig gute Fußballer wie Papa Seck vom VfR Garching.

Papa Seck, ein 22-jähriger Sengalese, hätte gerne im höherklassigen Amateurbereich gespielt, deshalb ist er im Sommer vom Bezirksliga-Absteiger TSV Großhadern zum Regionalliga-Aufsteiger VfR Garching gewechselt. Dort war man sehr angetan von dessen Fußballkünsten, „ein sehr talentierter und interessanter Spieler“, urteilt Trainer Weber.

Am Wochenende hat Papa Seck nun sein erstes Saisonspiel bestritten. Für den TSV Großhadern gegen 1860 München 3, in der Münchner Kreisliga 2. Eigentlich nicht das Niveau, das Secks Talent entspricht. „Wir mussten ihn gehen lassen“, bedauert Weber. Nicht einmal ein Testspiel hat er für Garching bestreiten dürfen. „Die Regularien sind wie sie sind“, der Coach sieht es pragmatisch. Aber auch menschlich: „Für den Jungen war das nicht toll, so lange ohne Spielpraxis sein zu müssen.“

Hintergrund: Papa Seck hatte eine nur auf drei Monate befristete Aufenthaltsgenehmigung, eine Spielerlaubnis für die Regionalliga aber bekommt laut Paragraf 32 der Spielordnung nur, wer mindestens bis zum Ende des jeweiligen Spieljahres in Deutschland bleiben darf. „Wir haben alles versucht“, sagt Weber, „das Verfahren läuft noch. Aber keiner konnte uns sagen, ob es in drei Monaten klappt oder erst in einem Jahr. Also mussten wir ihm rechtzeitig vor dem 31. August empfehlen, sich einen neuen Verein zu suchen. Damit er endlich wieder Fußball spielen kann.“ Seck ging zurück nach Großhadern, für die Kreisliga muss er keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung nachweisen.

In Garching aber hofft man noch auf ein Happy End: „Vielleicht kommt er zurück, wenn sein Status geklärt ist. Ich war guter Dinge, dass er uns helfen kann“, so Weber, der nach Sebastiano Nappo, der nach Heimstetten zurückgekehrt ist, mit Seck schon seinen zweiten Neuzugang verloren hat.

Die Amateurfußballseite erscheint jeden Mittwoch im Münchner Merkur. Autor ist Reinhard Hübner, erreichbar unter komsport@t-online.de

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