Statistiken von Innenministerium

Weniger Flüchtlinge kommen an - Zahl der Abschiebungen steigt

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Die Zahl der Abschiebungen in Deutschland hat sich im letzten Jahr fast verdoppelt.

München - Vergangenes Jahr hat sich die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland gegenüber 2014 beinahe verdoppelt. Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge nimmt dagegen ab

Fast 21.000 Ausländer hätten das Land 2015 zwangsweise verlassen müssen, teilte das Bundesinnenministerium der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch auf Anfrage mit. Im Vorjahreszeitraum waren demnach noch knapp 11.000 Abschiebungen durchgesetzt worden.

Die Zahl der neu an der bayerischen Grenze ankommenden Flüchtlinge hat in den vergangenen Tagen teils deutlich unter der vielbeschworenen Marke von 3000 Menschen gelegen. Mehr seien es zuletzt am 9. Januar gewesen, teilte ein Sprecher der Bundespolizei in München am Mittwoch mit. Anfang dieser Woche seien es täglich rund 1650 gewesen, am zurückliegenden Wochenende 2780 beziehungsweise 2500. Mitte bis Ende vergangener Woche zählte die Bundespolizei 1330 bis 2100 pro Tag.

Insgesamt 20.888 Abschiebungen im letzten Jahr

Aus den 16 Bundesländern sowie unter der Verantwortung der Bundespolizei wurden laut Ministerium insgesamt 20.888 Ausländer abgeschoben. Dies seien fast doppelt so viele wie im Vorjahr, als 10.884 Menschen Deutschland verlassen mussten. Die "Sächsische Zeitung" hatte zuerst über die deutlich gestiegene Zahl von Abschiebungen berichtet.

Weit größer als die Zahl der Abschiebungen war dem Innenministerium zufolge die Zahl der Menschen, die Deutschland freiwillig verließen, ein Teil davon mit staatlicher Unterstützung. Dies sei bei 37.220 Menschen der Fall gewesen, die zu fast 90 Prozent aus Albanien, dem Kosovo, Serbien und anderen Ländern des westlichen Balkans stammten.

Insgesamt verließen demnach 58.108 Ausreisepflichtige Deutschland im Jahr 2015. Außerdem sei eine unbekannte Zahl ausreisepflichtiger Ausländer fortgezogen, ohne sich förmlich "abzumelden", schrieb die "Sächsische Zeitung". Diese Zahl sei nach Angaben des Innenministeriums "nicht valide erfassbar", hieß es in dem Zeitungsbericht.

NRW schiebt am meisten ab

Die meisten Abschiebungen gab es nach Angaben des Bundesinnenministeriums im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (4395). Dahinter folgten Bayern (4195), Hessen (2651) und Baden-Württemberg (2431). Auch die meisten der insgesamt gut 200.000 Ausreisepflichtigen lebten laut "Sächsischer Zeitung" in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bayern, Hessen und Berlin.

Insgesamt registrierten die deutschen Behörden im vergangenen Jahr 1,1 Millionen Einreisen von Flüchtlingen nach Deutschland. Es wurden knapp 477.000 Asylanträge gestellt. Das war die bislang höchste Zahl in der Geschichte der Bundesrepublik.

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