10 Jahre Pilotprojekt "Bio für Kinder"

Bio und regionales für Münchens Kinder

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Gesund und gut: Donika und Julian präsentieren in der Berufsschulkantine am Ostbahnhof Bio-Mangocreme.

München - Gesund, regional und kaum teurer: Seit zehn Jahren gibt es in städtischen Kindertageseinrichtungen Bio-Essen.

Münchens Kinder essen bio – zumindest in städtischen Kindertageseinrichtungen. Auf dem Speiseplan stehen saisonale Gerichte, die aus nachhaltig produzierten Waren bestehen. Mindestens 50 Prozent der Produkte sind biologisch hergestellt, bei Fleisch sind es gar 90 Prozent, wie Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs am Mittwoch sagte.

In der Kantine des Berufschulzentrums an der Orleansstraße trafen sich Vertreter von Stadt und TollwoodFestival und zogen Bilanz: Vor zehn Jahren ist das Pilotprojekt „Bio für Kinder“ gestartet worden.

Heute beteiligen sich rund 400 Einrichtungen an der Initiative. Auch in städtischen Kantinen kommen – zu 20 Prozent – Bio-Speisen auf den Tisch. Die Verwendung regionaler Produkte trage dazu bei, die Transportwege kurz und den CO2-Ausstoß gering zu halten, sagte Jacobs. Zudem hatte das Modellprojekt gezeigt: „Bio muss nicht immer teuer sein.“

Die Frage nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis steht ganz oben: 650 000 Essen, die zu 100 Prozent biologisch sind, seien knapp 13 Prozent teurer als herkömmlich produzierte Speisen, bilanzierte Stephanie Weigel, Projektleiterin „Bio für Kinder“ bei Tollwood.

Möglich machten dies unter anderem Einsparungen beim Küchenmanagement. So könnten beispielsweise Speisepläne langfristiger erstellt und die Einkaufspläne optimiert werden. Voraussetzung sei die entsprechende Ausstattung der Kantinenküchen und Ausbildung des Küchenpersonals.

Ziel des Projektes sei, dass alle Kinder in den Genuss von Bio-Essen kommen – unabhängig davon, ob sich die Eltern daheim mit dem Thema befassen oder nicht, sagte Stephanie Weigel.

Bildungsreferentin Beatrix Zurek (SPD) sieht das auch als Teil der Bildungsgerechtigkeit an. Alle kleinen Münchner sollen die Chance auf gesunde Ernährung haben. Die Kinder sollen zudem für Bio-Lebensmittel und Öko-Landbau sensibilisiert werden und erfahren, „dass ein Fisch nicht immer paniert sein muss, und dass Erdbeeren nicht im Dezember wachsen“. Die Verantwortlichen wollen nun nach und nach auch mehr Schulen für Bio-Speisen in der Kantine gewinnen.

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