So schön und so peinlich

Das macht die 90er für uns unvergesslich

München - Kassetten, Disketten und Vitraletten gehörten ebenso zu den 90ern wie Buffalos, Tamagotchis, die Bravo oder der Office-Assistent Karl Klammer. Das alles und noch viel mehr macht die 90er so unvergesslich.

Jede Generation hat ihre einzigartigen Geschichten. Nicht nur peinliche Mode-Fauxpas oder für die heutigen Ohren unerträgliche Musiktrends bleiben in Erinnerung. Auch an skurrile Spielzeuge, inzwischen geradezu mittelalterlich wirkende technische Neuerungen oder Süßigkeiten, die damals leidenschaftlich gern verschlungen wurden, denkt man schmunzelnd und teils wehmütig zurück. 

Wie gerne viele die alten Zeiten Revue passieren lassen, zeigen Gruppen in sozialen Netzwerken, wie etwa auf Facebook. Dort schwelgen tausende User auf Themenseiten wie "Wir Kinder der 70er und 80er Jahre" oder "Die 90er! Wisst ihr noch.....?" in nostalgischen Erinnerungen. Mit mehr als 700.000 Fans gehört die Gruppe "Wir Kinder der 90er" wohl zu einer der beliebtesten. Dort erfreut man sich an Fotos aus vergangenen Tagen und genießt den Austausch mit Gleichgesinnten.

Was diese Generation der 90er Jahre, fernab von Facebook, iPhone und E-Books so unvergesslich macht? Das sehen Sie hier:

Etwas auf Kassette aufnehmen

Wer lauerte als Kind nicht wenigstens einmal mit seinem Kassettenrekorder vorm Radio, um seinen aktuellen Lieblingssong aufzunehmen? Stundenlang harrte man während so mancher Chartshow aus und verpasste dann doch das heiß ersehnte Lied, weil man zu dringend aufs Klo musste.

Überhaupt waren Kassetten aus keinem Kinderzimmer wegzudenken. Sogar Fernsehserien hat man sich angehört. Die Geschichten von Alf, Pumuckl, Bibi Blocksberg oder Benjamin Blümchen halfen so manchem Kind beim Einschlafen. Ach, eigentlich kann man dafür nie zu alt sein!

Beim Thema Kassetten müssen natürlich auch VHS erwähnt werden: Videokassetten wurden x-Mal überspielt, bis sie schließlich so abgenutzt waren, dass der gesamte Film flimmerte.

Am Overhead-Projektor stehen

Kinder der 90er konnten von Beamern und Laptops nur träumen. Referate in der Schule wurden noch mit anderen Hilfsmitteln bestritten, mit Karteikarten und Overhead-Projektor.

Speichern auf Diskette

Die Folien dazu wurden mit einem entsprechenden Marker beschriftet. Wer ganz fortschrittlich war, hatte sogar schon digitale Dateien. Die wurden mit lautem Geratter auf einer Diskette gespeichert. Heute nicht mehr vorstellbar.

Wer konnte auch ahnen, wie sich dieser ganze Technik-Kram entwickelt?

Der Wandel musste behutsam stattfinden, vorzugsweise mit lustigen Figuren. Rolf zum Beispiel brachte uns die neuen Postleitzahlen bei:

Und was heute Siri weiß, beantwortete damals Clippy:

Apropos überholte Techniken... 

Mama aus einer Telefonzelle anrufen

Heutzutage sind schon Grundschüler mit einem Handy ausgestattet - nicht so in den 90ern. Musste man damals seine Eltern erreichen, weil man zum Beispiel den Schulbus verpasste, blieb nur eines: die gute alte Telefonzelle. Überhaupt - wie wir es damals schafften, uns ohne Facebook und WhatsApp zu verabreden, erscheint inzwischen fast wie ein Wunder.

Tamagotchis statt Hamster füttern

In Kinderzimmern herrschten eigentümliche Spiele-Trends. Da fütterte man nicht etwa seinen Hamster, sondern Tamagotchis und Furbeys. 

Unsinnige Dinge sammeln

Der Sammelwahl kannte keine Grenzen. In Kinderzimmern häuften sich solche Sachen:

Interaktive Telefonspiele-Shows

Beliebt waren auch interaktive Telefonspiele. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch an "Hugo & Hexana", die Gameshow auf Kabel 1. Dort startete übrigens auch die heutige Dschungelcamp-Moderatorin Sonja Zietlow ihre Karriere.

Aber Telefonshows begeisterten nicht nur Kinder...

Und als wir dann doch mal Handys hatten, spielten wir Snake:

Der gute, alte Gameboy

Ihn werden wir natürlich nie vergessen: den legendären Gameboy! Nicht viele, die ihn nicht hatten...

Es gab aber natürlich auch noch "handfestes" Spielzeug.

Naschen in den 90ern

Bio, gluten- und laktosefrei oder gar vegetarisch? Das gab's nur selten in den Pausenboxen der 90er. Und auch wenn Mama neben dem guten alten Käsebrot einen kleingeschnittenen Apfel als Nachtisch eingepackt hatte, mehr Freude bereiteten Sunkist, Caprisonne und Yes Törtchen:

Diese Dinger waren auch "in aller Munde":

Twix hieß damals noch Raider:

Und man gönnte sich sogar als Kind eine "Verdauungs-Zigarette" - aus Schokolade:

He-Man und McGyver bewundern

Im Fernsehen begeisterten uns zum Beispiel "He-Man", "McGyver", "Beverly Hills" oder "Wunderbare Jahre".

Einmal die Woche staunten wir, wenn Mareike Amado kleine Kandidaten durch die Zauberkugel der "Mini Playback Show" schickte und die sich in große Stars verwandelten. Der Song dazu ist noch immer ein Ohrwurm-Garant: "Kinder kommen ganz groß raus, in der Mini Playback Show...".

Manche schauten aber auch lieber heimlich "Tutti Frutti" mit Hugo Egon Balder:

In der Bravo Selbstaufklärung üben

Und wenn dann noch Freizeit übrig war, blätterten wir stundenlang in der aktuellen Bravo, platzierten das neueste XXL-Poster im Kinderzimmer und staunten über "Dr. Sommer"-Offenbarungen.

Die Modesünden der 90er

Zu guter Letzt müssen wir uns noch den modischen Sünden der Neunziger stellen, und die haben es in sich. Wir stiefelten mit Buffalos durch die Gegend:

Man schlug sie sich auf den Arm und dann rollten sie sich ums Handgelenk. Wie diese Dinger eigentlich heißen, weiß wahrscheinlich keiner so genau, aber Kinder der 90er kennen sie.

Auch dieser "Schmuck" war voll im Trend:

Und leider fanden sich auch diese Stücke im Kleiderschrank...

Ach ja, die 90er - peinlich und gleichzeitig so schön. Wer sich noch nicht genug in Nostalgie gesuhlt hat, für den gibt es noch diesen Werbeclip zum Internet Explorer 10.

vh

Veronika Hueber

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Kommentare

Sepp
(0)(0)

da kriegt man augenkrebs, von dem gewackel der kamera im hugo video und noch mehr von sonja zietlow