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Zimmer illegal untervermietet: Mann verliert Wohnung

München - Weil Thomas G. ein Zimmer seiner Wohnung über Airbnb regelmäßig untervermietete, kündigte ihm sein Vermieter. Das Landgericht München gab dem Wohnungseigentümer nun Recht.

Mehr als die Hälfte seiner Miete holte sich Thomas G. (Name geändert) über die Internetplattform Airbnb wieder herein. Dort verlangte er rund 40 Euro pro Nacht für ein rund zehn Quadratmeter großes Zimmer in seiner Wohnung in Neuhausen. Vor dem Landgericht sagt er: „Ich habe das nicht aus Profitgründen gemacht, ich wollte Touristen die Stadt näher bringen.“

Das Gericht sieht das anders. Alleine 300 Bewertungen finden sich auf G.’s Profil, auf dem er bei Airbnb sein Zimmer vier Jahre lang anbot – ohne das Einverständnis seines Vermieters. Richter Hubert Fleindl rechnete vor: „Über 300 Vermietungen in vier Jahren. Macht mindestens 75 im Jahr, zwei pro Woche. Das sind über 500 Euro im Monat.“ Dazu komme der professionelle Internet-Auftritt. „Das ist gewerblich, und Sie erzielen damit Gewinne.“

Das Problem: In G.’s Mietvertrag hat der Wohnungseigentümer erklärt, dass Untervermietungen nur in Absprache mit dem Vermieter erlaubt sind. Doch Absprachen habe es nie gegeben. Auch G. kann das nicht beweisen. Im Februar wurde ihm gekündigt. Dagegen wehrte sich G. zunächst erfolgreich. Das Landgericht München I entschied nun in zweiter Instanz zu Gunsten des Vermieters. Die Kündigung sei rechtmäßig.

G.’s Anwalt Sebastian Woschech zur tz: „Knappen Wohnraum gegen gewerbliche Untervermieter zu schützen, ist richtig. Aber dieser Fall ist nicht geeignet, um ein solches Signal zu setzen. Die Kündigung wegen der Untervermietung eines kleinen Zimmers schießt über das Ziel hinaus.“

J. Heininger

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Johannes Heininger

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