Wer lauter stirbt, ist kürzer tot!

Alt-Schockrocker Alice Cooper (Archivfoto) kam nach München

München - Selten so schön gestorben! Unter dem Motto „Grab an Grab mit Alice“ ließ sich Alt-Schockrocker Alice Cooper im Zenith gleich mehrfach meucheln. Die Konzertkritik.

Beim immer noch unterhaltsamen Trip auf seiner Hardrock-Geisterbahn kam der Mann vom Saturn auf vier verschiedene Arten ums Leben – und war danach jedes Mal quietschlebendiger und vogelscheuchiger denn je. Was beweist: Wer lauter stirbt, ist kürzer tot.

Nach dem Aufwärmprogramm mit der finnischen Stromgitarren-Sopranistin Tarja Turunen (Ex-Nightwish) und ihrem Symphonic Metal hieß es endlich: Erst Oper, dann Opa. Meister Cooper, der sympathische Untote, lud auf blutrot beleuchteter Bühne in sein moribundes „Theatre Of Death“ – und verfeuerte gleich zu Beginn seinen Glamrock-Hit School’s Out. Trotz dieses grandiosen Auftakts wurde er bereits kurz darauf auf offener Bühne zünftig guillotiniert, später dann bei Poison mit metergroßer Giftspritze hingerichtet, sicherheitshalber auch noch gehängt und von einem Folterin­strument multipel durchbohrt. Zudem flogen die Strapse über die Bühne, eine Krankenschwester strippte – was für eine Hardrocky Horror Picture Show!

Wacken! Die besten Bilder aus dem Jahr 2013 und der vorigen Festivals

Das kräftezehrende ständige Sterben und Wiederauferstehen hinderte Cooper samt Band nicht daran, testosteronigen Stadionrock ohne Stadion hinzulegen – das Ohr isst schließlich mit! Fazit: Bestes Rentnertainment von einem rüstigen Wüstling.

Jörg Heinrich

Kommentare

Kommentar verfassen