Klagen im Bezirksausschuss

Allach: Park-Chaos nervt die Anwohner

München - Einen freien Parkplatz für ihr Auto zu finden, fällt Anwohnern rund um den Allacher Oertelplatz immer schwerer. Und das, so erfuhren die Bürger vom Bezirksausschuss (BA), werde sich so schnell nicht ändern. Langfristig wird aber wohl ein Parklizenzgebiet entstehen.

Im BA Allach-Untermenzing klagte eine Anwohnerin über die Begleiterscheinungen der Baustelle am Oertelplatz. Seit an der Lautenschlägerstraße, die südlich vor dem S-Bahnhof einmündet, das Parken untersagt ist, weiche der Verkehr in die Nebenstraßen aus, so die Anwohnerin: „Inzwischen ist eine gereizte Situation entstanden.“ Die „Familienhäuseridylle“ rund um den S-Bahnhof Allach, der Knotenpunkt für Pendler ist, sei dahin. Direkt vor dem S-Bahnhof klafft eine Baustelle. Dort sollen ein Einkaufszentrum mit Tiefgarage und Mehrfamilienhäuser errichtet werden. Außerdem will die Münchenstift GmbH rund 500 Meter Luftlinie vom Oertelplatz entfernt an der Franz-Nißl-Straße ein Altenpflegeheim bauen. Anwohner befürchten, dass dadurch zusätzlicher Umleitungs- und Baustellenverkehr entsteht. In Zukunft soll die Lautenschlägerstraße ganz abgehängt werden, sodass der Durchgangsverkehr Richtung Oertelplatz entfällt.

Die Bezirksausschussvorsitzende und CSU-Stadträtin Heike Kainz versuchte zu beschwichtigen: „Sie dürfen die jetzigen Umstände nicht als Maßstab nehmen.“ Die Parkplatzsituation sei der Baustelle geschuldet. Da die Baugenehmigung noch fehle, ruhe die Baustelle momentan. „Je schneller gebaut wird, desto schneller müsste das Problem überwiegend behoben sein“, so Kainz. Viel Parkraum werde unterirdisch entstehen, doch „wir werden auch am Stadtrand nicht um ein Parkraummanagement herumkommen“, prophezeite Kainz. Wann es soweit ist, sei noch unklar. Mittlerweile legt die Stadt München auch Gebiete außerhalb des Mittleren Rings als Parklizenzgebiete fest. Dazu zählen im Münchner Westen Pasing und Pasing Süd.

Seit langem klagen die Allacher und Untermenzinger über den Verkehr in ihrem Bezirk, der von Pendlern als Schleichweg abseits der A 99 genutzt wird. Regelmäßig befasst sich der BA mit Bürgerbeschwerden über die Zustände auf dem nördlichen Abschnitt der Eversbuschstraße. Tagsüber, so die Beobachtung der Anwohner, sei der Verkehr extrem dicht. Nachts bretterten Lkw mit überhöhter Geschwindigkeit durch das Wohngebiet.

Sophie Krause

E-Mail:info@merkur.de

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