Werte sind zu hoch

Anwohner der Allacher Straße: Uns stinkt der Lärm!

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Die Anwohner beim Augenschein-Termin.

München - Anwohner der Allacher Straße klagen vor dem Verwaltungsgericht. Der Grund: Die Lärmwerte sind deutlich zu hoch.

Trotz eisiger Temperaturen haben sie sich versammelt. Aus Wut und aus Angst. Denn in ihrer Wohnumgebung lässt es sich immer schlechter aushalten. „Uns stinkt der Lärm“, schimpfen die Anwohner der Allacher Straße – und klagen nun vor dem Verwaltungsgericht! Am Dienstag trafen sie sich mit den Richtern vor Ort zum Augenschein-Termin und nachmittags zur Verhandlung im Gerichtssaal.

Ihr Vorwurf: „Die Lärmwerte sind deutlich überschritten“, sagt Rainer Neuhaus, Vorsitzender der Interessengemeinschaft. Erlaubt sind an der Allacher Straße tagsüber 59 Dezibel, nachts 49 Dezibel, sagt Kläger-Anwalt Wolfram Sedlak. „Teilweise wurden bei den Bewohnern aber bis zu elf Dezibel mehr gemessen.“ Zum Beispiel bei Rainer Neuhaus, der an der Allacher Straße ein Penthouse gekauft hat. Wie die übrigen Anwohner ist er Eigentümer.

„Seit fünf Jahren diskutieren wir mit der Stadt, leider ohne Ergebnis“, sagt Sedlak. „Lärm und Verkehrsdichte sollen endlich verringert werden“, fordert Neuhaus. Tatsächlich hat sich der Durchgangsverkehr hier im Verlauf der letzten Jahre aber beinahe verzehnfacht, wie gestern im Prozess zu erfahren war. „Das Quartier ist massiv gewachsen“, sagt Neuhaus.

Auch deshalb wollte die Stadt die Allacher Straße schon länger ausbauen – zum Ärger der Anwohner. Denn laut Stadtentwicklungsplan handelt es sich nicht um eine Hauptverkehrsstraße. Überregionaler Verkehr, Durchgangs- oder Wirtschaftsverkehr sollte hier nicht fahren.

Kommen die Anwohner vor Gericht mit ihrer Klage gegen die Stadt durch, hätten sie Anspruch auf lärmreduzierende Maßnahmen wie den Einbau stärkerer Fenstern oder einer Schallschutzwand. „Eine Tempo-30-Zone wäre unserer Ansicht nach aber der für alle günstigste Kompromiss“, sagt Neuhaus. „Zumal die Stadt ohnehin niedrigere Lärmwerte anstrebt.“

Wie die übrigen Anwohner wünscht er sich „endlich Ruhe“. Auf der Straße – und vor Gericht. Das Urteil steht noch aus.

Andreas Thieme

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