Archäologische Untersuchungen

Ehemaliges KZ-Außenlager: Kein Massengrab gefunden

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Das Gelände an der Granatstraße, hier ein Bild vom Januar, musste erst geräumt werden.  

Ludwigsfeld - Auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Allach vermuteten Experten ein Massengrab. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse der archäologische Untersuchung vor. 

Die Vermutung, auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers könnten Massengräber ehemaliger Häftlinge liegen, hat sich nicht bestätigt. Eine archäologische Untersuchung des südlichen Teils des Areals, begleitet vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, hat keinen Hinweis auf menschliche Überreste erbracht. Vier von insgesamt sieben vermuteten Grabstellen sind zum jetzigen Zeitpunkt begutachtet.

Gefunden haben die Forscher bislang lediglich Reste von Alltagsgegenständen wie Kleidung und Geschirr. Diese werden dokumentiert und konservatorisch gesichert, bevor sie in die Obhut der öffentlichen Hand übergehen. Wie es auf dem südlichen Teil des Geländes weitergeht, darüber entscheidet nun die Landeshauptstadt München. 

Häftlinge, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene waren während des NS-Regimes an der heutigen Granatstraße 12, östlich von Ludwigsfeld untergebracht. Die Insassen des KZ-Außenlagers Dachau-Allach mussten für die Firma BMW und die nationalsozialistische „Organisation Todt“ arbeiten.

In Zusammenarbeit mit einem runden Tisch unter der Leitung des Gründungsdirektors des NS-Dokumentationszentrums München, Winfried Nerdinger, soll bis zum Frühsommer 2017 auch der nördliche Teil des Geländes durchleuchtet werden. Zu diesem Gremium gehören darüber hinaus das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, die Stiftung Bayerische Gedenkstätten, die KZ-Gedenkstätte Dachau, die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern, die Abteilung 1/Stadt­geschichte des Kulturreferats der Landeshauptstadt München, eine Reihe von Fachleuten sowie die Projektgesellschaft „PG Granatstr. 12“.

hb

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