Dämliche Mutprobe

Mann von Zug überrollt - filmte sein Bekannter die Szene?

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Auf den Gleisen zwischen Karlsfeld und Allach ließ sich ein 23-jähriger Mann bewusst vom Zug überrollen: Gegen ihn ermittelt jetzt die Bundespolizei.

München - Am Samstagmittag hat sich ein 23-jähriger Mann zwischen Karlsfeld und Allach auf die Bahngleise gelegt, um sich ganz bewusst von einem Zug überrollen lassen. Möglicherweise wurde er dabei auch gefilmt.

Diese Aktion war nicht nur total irre, sondern auch lebensgefährlich! Am Samstagmittag hat sich ein 23-jähriger Mann zwischen Karlsfeld und Allach erst betrunken und danach auf die Bahngleise gelegt, um sich ganz bewusst von einem Regionalzug überrollen lassen. Wie durch ein Wunder blieb er unverletzt. Seitdem beschäftigt der lebensgefährliche Leichtsinn die Bundespolizei!

Fest steht bisher, dass sich zunächst zwei Männer an den Bahngleisen aufgehalten hatten. „Die Strecke führt nach Ingolstadt und ist für bis zu 200 Stundenkilometer freigegeben“, sagt Simon Hegewald, Sprecher der Bundespolizei. Als gegen 17.30 Uhr eine Regionalbahn anrollte, legte sich der 23-jähriger Truderinger plötzlich längs ausgerichtet insGleis. Ihn hatte der Lokführer (54) noch gesehen und sofort eine Schnellbremsung eingeleitet. Außerdem setzte er Warntöne ab. Dennoch konnte die Bahn nicht mehr rechtzeitig bremsen – und rollte über den im Gleis liegenden Mann hinweg. Regungslos blieb dieser danach liegen. Nur einem überaus glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass er nicht gestorben ist.

„Diese Mutprobe ist lebensgefährlicher Irrsinn“, sagt Simon Hegewald. „Je nach Geschwindigkeit und Stärke des Sogs, nach Bauart der Züge oder einfach nach der Statur der Person enden solche Experimente mit lebensgefährlichen Verletzungen“, warnt der Polizeisprecher mögliche Nachahmer.

Direkt nach dem beinahe tödlichen Manöver meldete der Lokführer den Notfall an die Deutsche Bahn. Als er anschließend nach dem Überfahrenen sehen wollte, traute er seinen Augen nicht: Der überrollte Mann stand unverletzt am Rand der Gleise – und unterhielt sich mit seinem Bekannten.

Nach tz-Informationen könnte dieser die gefährliche Aktion gefilmt haben – als so genanntes Pranking, eine Art digitales Angeben, mit dem im Internet geprahlt wird. Bisher wurde aber noch kein entsprechendes Video online gestellt.

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Andreas Thieme

Andreas Thieme

E-Mail:Andreas.Thieme@tz.de

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