Bebauungs-Pläne in Allach

Diamalt-Gelände: Anwohner fürchten „Neuperlachisierung“

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Zu groß und nicht durchdacht: So kritisieren Anwohner die Bebauungspläne.

München - Die Pläne fürs Diamalt-Gelände in Allach werden immer konkreter – Anwohner äußern allerdings Bedenken zur geplanten Bebauung.

Das Wohnbauprojekt auf dem Diamalt-Gelände ist in Allach-Untermenzing umstritten: Zu groß, zu viel, zu wenig durchdacht, so der Tenor, der auf der Erörterungsveranstaltung deutlich wurde. Rund 730 Wohnungen wollen die Isaria Wohnbau AG und die Münchenbau auf dem 8,5 Hektar großen Gelände zwischen Ludwigsfelder Straße und Georg-Reismüller-Straße bauen.

Die Anwohner forderten eine Verbesserung der Verkehrssituation, die sich durch die erwarteten 1700 Einwohner zu verschärfen drohe. Auch eine U-Bahn-Anbindung, ärztliche Versorgung sowie Möglichkeiten für Sport und Jugendfreizeit wurden angeregt. Ebenso war die Schulversorgung Thema: Eine vierte Grundschule soll nach Möglichkeit zeitgleich mit der Fertigstellung der Wohnungen öffnen, sagte die CSU-Stadträtin und Bezirksausschussvorsitzende Heike Kainz. Eine Anwohnerin kritisierte das Bauvorhaben nachdrücklich: „Sie neuperlachisieren das ganze Viertel.“

BA-Mitglied Ingrid Haussmann monierte fehlende Sichtachsen zu den historischen Gebäuden im Geländeinneren. Dort befinden sich das denkmalgeschützte Kesselhaus, die ehemalige Werkstätte und Suppenwürzefabrik der Diamalt AG.

Der Bebauungsplan sieht eine drei- bis sechsgeschossige Wohnbebauung vor. Die Gebäude an der nördlichen und östlichen Seite sollen deutlich höher als die Gebäude im Westen sein. Da sich im Norden ein Gewerbegebiet und im Osten die Bahntrasse und das Werksgelände von Krauss-Maffei Wegmann befinden, wird dort von einer höheren Lärmbelastung ausgegangen.

Wie man dieser begegnet, erarbeiten nun Bauplaner und Architekten. „Wir wissen noch nicht, welches System zur Anwendung kommt“, sagte Isaria-Vorstand Jan von Lewinski. „Aber wir werden die Lärmschutzverordnung einhalten.“ Untergeordnete Räume wie Küche und Bad könnten nach Norden ausgerichtet werden. „Wir diskutieren noch über Grundrisse.“

Offen ist die Parkraum-Frage. „Wir werden die Bewohnerparkplätze vermutlich zu hundert Prozent in Tiefgaragen unterbringen“, sagte von Lewinski. Derzeit sind mehrere Tiefgaragenzufahrten an den einzelnen Gebäuden vorgesehen. „Wir wissen noch nicht, ob es eine große, zwei oder mehrere kleine Tiefgaragen geben wird.“ Das werde momentan geprüft. Laut Baurecht muss es für jede Wohnung einen Stellplatz geben. Die Besucherstellplätze sollen im Inneren des Geländes entlang der jeweiligen Objekte entstehen. „Die Planung ist noch nicht abgeschlossen.“ betonte von Lewinski. Über Fußwege und eine Zufahrt an der Ludwigsfelder Straße ist das Gelände zugänglich.

Die Anträge der Anwohner werden nun geprüft und für den Stadtrat abgewogen. Am Dienstag beschloss der BA außerdem, einen Nachbarschaftstreff einzurichten.

Sophie Krause

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