Seit Wochen keine Tonnen-Leerung

Stau bei der Müllabfuhr - den Anwohnern stinkt's

Viele Tonnen quellen schon über: Vor allem in Allach-Untermenzing sammelte sich der Müll über längeren Zeitraum. Foto: Oliver Bodmer

München - Den Anwohnern in Allach-Untermenzing stinkt es: Seit drei Wochen wird ihr Müll immer mehr – doch auf eine Abfuhr warten sie vergeblich. Grund dafür: der Streik der Mitarbeiter vor drei Wochen. Er hat auch in anderen Vierteln den Abfuhrplan durcheinander gebracht.

Seit mehr als drei Wochen sei die Müllabfuhr nicht mehr gekommen, berichtet eine Anwohnerin in Untermenzing. Immer wieder habe sie beim Serivecenter des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM) nachgefragt. Immer wieder habe man ihr gesagt, der Müll werde bestimmt am nächsten Tag abgeholt. Doch bis gestern morgen war noch nichts passiert. „Papier und Biomüll ist ja nicht so schlimm“, erklärt sie, „die kann ich auch zum Wertstoffhof bringen.“ Doch den Restmüll werde man dort eben nicht los. Und der fängt längst an zu stinken.

Im Straßenbild merkt man davon nichts. Überquellende Tonnen am Straßenrand sind nicht zu sehen, was wohl vor allem der Disziplin der Bewohner zu verdanken ist. Nach Aussagen der Anwohnerin deponieren die meisten im Viertel ihre Tonnen und was nicht mehr hineinpasst in ihren Gärten.

Beim AWM weiß man längst Bescheid. Ursachen für die Müll-Misere gerade in Allach-Untermenzing gebe es mehrere. Ein Hauptgrund sei der Streik der Müllabfuhr am 26. April. An dem Tag sei die übliche Route nicht gefahren worden. Der Müll blieb liegen und wurde – genauso wie auch in anderen Stadtvierteln – bisher noch nicht abgeholt.

„Wir versuchen die Rückstände beim Einsammeldienst so schnell wie möglich abzuarbeiten“, erklärt eine Sprecherin des AWM. Restmüll habe dabei immer die oberste Priorität. Genaue Prognosen, wann die Müllabfuhr wo vorbeikomme, gebe es jedoch nicht. Denn zusätzliche Fahrten zur üblichen Einsammelroute funktionieren nur, wenn noch genug Platz im Müllwagen und noch Zeit dafür ist – denn Überstunden dürfe man nicht anordnen. Die Arbeit müsse innerhalb der normalen Dienstzeiten erledigt werden.

Um das Ganze zu beschleunigen, ist die Müllabfuhr laut AWM jetzt auch samstags unterwegs. Das muss sie auch, denn in der kommenden Woche bringt der Feiertag am Pfingsmontag schon wieder den Abfuhrkalender durcheinander. In Allach-Untermenzing gab es zudem erst vor kurzem eine Partie-Umstellung, heißt: Die Route der Müllabfuhr wurde geändert, um für eine gleichmäßige Auslastung auf allen Routen zu sorgen. Das habe die Abfuhrsituation verschärft, ebenso wie einzelne große Baustellen im Viertel, die der Müllabfuhr das Leben schwer machen. Dazu kam noch ein hoher Krankenstand bei den Müllwerkern.

Laut AWM werde derzeit aber fleißig gearbeitet, um die Rückstände aufzuholen. Möglichst diese Woche soll der restliche Müll abgeholt werden, damit ab Dienstag wieder alles nach Plan läuft.

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