Neues Wohnviertel im Allacher Norden

290 Wohnungen auf altem MAN-Parkplatz

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Die ersten vorbereitenden Arbeiten haben begonnen: Nördlich der Otto-Warburg-Straße entsteht das Neubaugebiet.

München - An der Gerberau im Allacher Norden wird eine neue Wohnsiedlung entstehen. Die ersten Arbeiten haben bereits begonnen. Für überraschende Diskussionen sorgt nun die geplante Baumpflanzung.

Zügig soll es gehen: Sichtbar zuversichtlich haben die Bauplaner dem Bezirksausschuss (BA) Allach-Untermenzing ihre Erschließungspläne für den neuen Quartiersplatz an der Gerberau vorgestellt. 290 Wohnungen sollen auf dem 6,6 Hektar großen ehemaligen MAN-Parkplatz entstehen, der westlich des Gewerbegebietes von MAN und MTU liegt. Noch in diesem Jahr wolle man mit dem Bau des Martha-Näbauer-Platzes beginnen, erklärte Gerald Purucker, technischer Geschäftsführer des Investors Büschl Unternehmensgruppe, die das Gelände von MAN erworben hat. Die Bauarbeiten sollen im Juni 2016 beginnen. Grund für den sportlichen Zeitplan sei, so Purucker, dass auf dem südlichen Gelände bereits ein Einkaufsmarkt gebaut werde, der im Herbst 2016 fertiggestellt wird.

Der Quartierplatz bildet das Zentrum der neuen Wohnsiedlung. Im Westteil wird ein Fußgängerbereich mit angrenzender Kindertagesstätte gebaut. Der Ostteil des Platzes ist über eine Zufahrtsstraße von außen erreichbar. Dort sind 23 Besucherparkplätze vorgesehen, unter anderem für den Hol- und Bringverkehr der Kindertagesstätte.

Gesamte Fläche muss Dekontaminiert werden

Im Norden des Geländes errichtet der Investor Mehrfamilienhäuser. Aufgrund des erhöhten Grundwasserpegels soll deren Erdgeschossniveau 1,80 Meter über der natürlichen Erdoberfläche liegen und somit deutlich aus dem Boden herausgehoben sein. Über die Esplanaden zwischen den Gebäuden können die Anwohner zu ihren Tiefgaragen gelangen. Am südöstlichen Ende der Wohnsiedlung ist bereits das Parkhaus für die MAN-Mitarbeiter mit rund 1400 Stellplätzen in Betrieb. Es soll die Anwohner aufgrund seiner Größe vor dem Lärm der nahen Autobahn schützen.

Im zweiten Quartal dieses Jahres beginnt zunächst die Dekontaminierung des Quartiersplatzes. Fast das gesamte Planungsgebiet steht als Verdachtsfläche im Altlastenkataster und wird daher saniert. Das Gesundheitsamt bestätigte, dass sich in Teilen des Gebietes sogenannte Aufschüttungen befinden, die mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) verunreinigt sind. Im Bereich der Wohnbebauung müssen sie entsorgt werden, um eine Gefährdung der Bewohner zu vermeiden. Aufschüttungen dieser Art seien allerdings nichts Außergewöhnliches, heißt es.

BA will keine Kiefern

Für Diskussionen im BA sorgt indes die geplante Bepflanzung mit Bäumen, die Parkplatz und Quartierplatz trennen soll. Der vorgestellte Entwurf, mit schirmförmigen Bäumen gleichsam ein Dach zu errichten, stößt auf Widerspruch. Die Umsetzung mit Kiefern und Kirschbäumen würde zu viel Schatten produzieren, so die Bedenken der BA-Politiker, die sich bei einer ersten Präsentation der Pläne Ende 2015 noch für das Baumdach ausgesprochen hatten. Da die Bäume sogenannte Ersatzpflanzungen sind, die die bei Bauarbeiten gefällten Bäume ersetzen sollen, darf nicht jede Baumart gepflanzt werden. „Wenn das Dach nicht funktioniert, müssen wir uns von diesem Wunsch verabschieden“, sagte die BA-Vorsitzende und CSU-Stadträtin Heike Kainz. Der BA einigte sich darauf, vom Kieferndach abzusehen und stattdessen auf Laubbäume zu setzen. „Im Großen und Ganzen haben uns die Pläne aber sehr gut gefallen“, sagte Kainz.

Sophie Krause

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