Woher stammt sie? Wer zahlt Entschärfung?

Alle Fragen zur Fliegerbombe

München - Eine Bombe, viele Fragen: Wir liefern Ihnen die wichtigsten Fakten zur Fliegerbombe von Schwabing.

Aus welchem Angriff stammt die Fliegerbombe, die am Montag in der Feilitzschstraße gefunden wurde? Das lässt sich wohl nicht mehr genau rekonstruieren. Ein Luftbild, das am 8. Juni 1945 aufgenommen wurde, zeigt aber, dass bei den insgesamt 74 alliierten Luftangriffen auf die Stadt auch die Gebäude in der Feilitzschstraße, darunter auch die Hausnummer 7, getroffen wurden.

Wie viele Bomben wurden auf die Stadt abgeworfen? Schätzungen gehen von 450 Luftminen, 61 000 Sprengbomben, 142 Flüssigkeitsbomben und 3 316 000 Stabbrandbomben aus. 6632 Einwohner wurden getötet. Die Altstadt wurde zu 90 Prozent, der Gebäudebestand in der ganzen Stadt zu etwa 50 Prozent zerstört.

Warum wurde München so oft und so stark bombardiert? Der in Dachau lebende Journalist Hans-Günter Richardi, Autor des Buches Bomben über München sagt: „Die Alliierten hatten München als Hauptstadt der Bewegung natürlich ganz besonders im Visier. Der erste Luftangriff auf eine Stadt überhaupt galt München.“

Feuerball über München: Bombe in Schwabing gesprengt

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Wie viele Blindgänger liegen heute noch in der Stadt? Das können auch Experten nur schwer einschätzen. Fakt ist. Zehn bis 20 Prozent der Bomben waren Blindgänger. Laut Ministerium holten die Kampfmittel-Räumdienste im Jahr 2011 noch rund 60 Tonnen Weltkriegsmunition aus dem Boden.

Wer bezahlt die Bergung und Beseitigung der Bomben? Generell gilt, dass der Grundstückseigentümer für die Beseitigung konkreter Gefahren, die von Kampfmitteln (Bomben) auf ihrem Grundstück ausgehen, verantwortlich ist. Die Kosten für die Entschärfung übernimmt allerdings der Freistaat. Jährlich bezahlt Bayern dafür rund 700 000 Euro.

Was sagt der Eigentümer? Bauherr an der Feilitzschstraße 7 ist der Investor Hamburgische Immobilien Handlung(HIH). Ein Sprecher zur tz: „Die Nachricht, dass eine Bombe entdeckt wurde, hat uns am Montag völlig überrascht. Damit war nicht zu rechnen. Wir haben im Vorfeld ein Kampfmittelgutachten mit Luftbildauswertung eingeholt. Darin hieß es, dass kein Risiko bestehe.“

Wolfgang Deponte

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