Alles, was Luxus ist

Münchens Top 7 Promi-Restaurants

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Unter Denkmalschutz: das Tantris – Architekt war der Schweizer ­Justus Dahinden, die Beton-Skulpturen stammen von Bruno Weber.

München - Die tz-Klatschredaktion hat die sieben Top-Promi-Restaurants der Stadt zusammengestellt. Wo isst sich's am besten? Natürlich darf eine Institution nicht fehlen.

Wo tafelt die Münchner Prominenz, und wo kauft der Geldadel ein, wenn er nicht nur Couture, sondern eine ganze Villa braucht? Wo lässt man sich ­stylen? Und wer sind die letzten ­Paradiesvögel? Die tz-Klatschredaktion ist diesen Fragen nachgegangen – bei echten Münchner Institu­tionen, die wir aus vielen Gesprächen mit der Haute­volee kennen. Die Auswahl ist durch und durch subjektiv – ganz nach dem Schickeria-Motto: In ist, wer drin ist. Und wer draußen ist, ist auch nicht out!

Tantris: Im Sterne-Himmel!

Kulinarisch gesehen war München vor dem 2. Dezember 1971 tiefste Provinz – ein Millionendorf von Ahnungslosen. Bis auf einen: den Münchner Bauunternehmer Fritz Eichbauer (88), der mit seiner Frau Sigird-Ursula für sein Leben gern die besten Restaurants der Welt aufsuchte und das nächstgelegene, angemessene erst im Elsass wusste. Deshalb musste es Eichbauer selber tun und sich einen Gourmettempel bauen, der den Münchnern die Hochkultur des Speisens lehrte, dem Wort Genuss erst Inhalt verschaffte, alle Sinne fordernd – und dafür gab er ein Vermögen aus, für das Tantris in der Johann-Fichte-Straße 7.

Erster Küchenchef war Eckart Witzigmann, der die französische Nouvelle Cuisine und die ersten zwei Sterne an die Isar holte und das Tantris zum Hotspot von Geldadel und Jetset machte – ­Gunter Sachs und Friedrich Karl Flick waren über Jahrzehnte Stammgäste, beide am liebsten an Tisch zwölf.

Heute, mit 45 Jahren, zählt das Tantris immer noch zu den allerbesten Restaurants der Republik – mit Hans Haas (59), der dem Namen Tantris (buddhistisch: die Suche nach Vollkommenheit) seit 25 Jahren mit zwei Sternen alle Ehre macht. Er hat den Begriff „regionale Küche“ zur Königsdisziplin erhoben – und: Er liebt sein Handwerk, die Gäste und vor allem „das Produkt“, für das er immer wieder ein neues Rezept-Gedicht schreibt – so anspruchsvoll, dass es selbst Stammgästen, die jede Woche im Tantris tafeln, nie langweilig wird. Deshalb kommen hier auch besonders gern Sterneköche-Kollegen zum privaten Essen, weil sie stets aufs Neue gespannt sind, was Haas wieder auf die Teller zaubert. Denn dieser Küchenchef, der auf einem bescheidenen Tiroler Bauernhof aufwuchs, macht das Einfache zum Besonderen! Das wurde ihm schon von seiner Mutter in die Wiege gelegt. Die Urgeschmäcker seiner Kindheit: frische Butter und Buttermilch, Speck. Mutters Küche war einfach, aber authentisch. „Breite Bohnen aus dem Garten, a bissl Zweibeln, a bissl Speck, Butter, Semmelbrösel.“

Auch ihren ehrfurchtsvollen Umgang mit Gottes Ga­ben hat Haas zu seiner Berufsmaxime gemacht, genauso wie die Wertschätzung seiner Gäste. Hans Haas will sie immer wieder aufs Neue überraschen – das ist seine Herausforderung. Seine Vision: „Gut kochen!“ Und: „Jeden Tag das Beste geben – Freude an die Tische bringen.“

Den neuen Trend der Spitzen­gastronomie hat er selbst begründet: Zurück zur Bodenständigkeit. „Doch es wird immer schwieriger, gute Produkte zu finden. Es gibt auch immer weniger Metzger.“ Eben Handwerker mit Liebe zum Produkt.

3-Gänge-Mittagsmen:  95 Euro, 5-Gäng am Abend 170 Euro, 8-Gänge-Gourmet-Menü 210 Euro)

Spatenhaus: Feine Klassiker

Roland Kuffler mit Sohn Stephan in der Opernstube Spatenhaus an der Oper Residenzstrasse 12.

Gerne erinnert sich Stephan Kuffler an seine Begegnung mit Hugh Grant im Spatenhaus. „Damals rief mich eine Mitarbeiterin an, war ganz aufgeregt und sagte mit zittriger Stimme, dass sie glaube, Hugh Grant sei bei uns“, so der Spatenhaus-Chef. „Als ich ihn ansprach, hatte er überhaupt keine Allüren, war sehr höflich.“ Sie kommen eben alle gern hierher – Promis (Thomas Gottschalk) Politikgrößen (Angela Merkel), Adel (Silvia von Schweden), Künstler (­Rolando Villazón) genauso wie die alteingesessenen Münchner. Sie sitzen unter der bunt verzierten Holzkassettendecke und am liebsten im ersten Stock mit Postkartenblick auf den Max-Joseph-Platz und die Oper. Die Küche serviert bayerische Klassiker wie Spanferkel (24 Euro), und Zwiebelrostbraten (29 Euro) auf hohem Niveau. Der Renner bei den Gästen? Das Wiener Schnitzel vom Kalb mit Bratkartoffeln und Rahmgurkensalat für 27 Euro. Kulinarische Experimente gibt’s hier nicht – wir sind der Tradition verpflichtet“, so Kuffler. Schließlich ist das Spatenhaus bereits seit 1896 ein Lokal.

Trader Vic's: Eine herrliche Inselwelt

Heike Schäfer ist seit 2011 Chefin im polynesischen Trader Vic’s im Bayerischen Hof. Vor 30 Jahren hat sie hier ihre Lehre absolviert.

Kann schon mal sein, dass man hier Robbie Williams oder den Rolling Stones über den Weg läuft, oder einem Bayern-Spieler, der seine Luxuskarosse mit dem M–DM-Kennzeichen in zweiter Reihe vor dem Eingang am Promenadeplatz parkt. Denn in dem verwinkelten polynesischen Erlebnisrestaurant im Hotel Bayerischer Hof speist und feiert man von neugierigen Blicken gut abgeschirmt. Trotzdem sind es aber weniger die Promis, die es so lebendig machen, sondern die bunte Mischung der Gäste, zu der vor allem auch Münchner und junge Leute zählen, die hier erstmals die verheerende Wirkung von Zombie und Mai Tai (11,40 Euro) austesten. Die polynesische Gastro-Welt des Trader Vic’s schuf vor mehr als 70 Jahren Victor Bergeron in Oak­land, vor 45 Jahren wurde die erste deutsche Dependance von Hoteliersfamilie Volkhardt eröffnet. Fischernetze, bunte Buddeln und Bambusdächer dekorieren die Gastro-Insel. Restaurantleiterin Heike Schäfer: „Wo sonst bekommt man in diesem authentischen Ambiente all das, was auf Polynesien eingewirkt hat – von indisch über japanisch bis zu französischer Küche?“

Die Klassiker: Ente (35,50 Euro), Salzwassergarnelen (33 Euro) und Lobster gegrillt (60 Euro).

Käfer-Schänke: Heimstatt der Promis

Sehen und gesehen werden – nirgendwo wird das so hingebungsvoll gelebt wie in der Käfer-Schänke an der Prinzregentenstraße. Wer mal nicht gesehen werden will, wie Spitzenmanager in Verhandlungen, der zieht sich mit seiner Gesellschaft in eine der zwölf Stuben zurück – ab zwei bis 50 Personen –, wo man dann ganz privat reden und inkognito neue Verträge feiern kann.

Licht und offen – so präsentiert sich die Käfer-Schänke seit der Renovierung 2013.

Als das Restaurant vor 45 Jahren eröffnet wurde, machte es ein Kriminalfall bundesweit berühmt, denn genau gegenüber spielte sich der allererste Bankraub der Geschichte mit Geiselnahme ab – in einer Filiale der Deutschen Bank. Franz-Josef Strauß und der amtierende Polizeipräsident Manfred Schreiber saßen da gerade beim Essen in der Käfer-Schänke und erlebten das Drama live mit. Als die Geiselnehmer Essen verlangten, lieferte Gerd Käfer persönlich die Speisen. Der Fall samt Käfer standen in alle Gazetten, und machten das Restaurant schlagartig bekannt. Es entwickelte sich zur Drehscheibe der Society, des Showbiz, der Fußball- und Wirtschaftselite.

Das Rezept: Sehen und Gesehen werden und dabei weder kulinarische Neuheiten noch Klassiker, wie Hummer und Kaviar vermissen müssen. Die Karte spiegelt die aktuellen Essenstrends wider. War früher der Loup de Mer en vogue, ist es heute ein besonders gutes Wiener Schnitzel (29 Euro). „München ist zurückhaltender geworden“, stellt Michael Käfer fest. In jeder Beziehung.

Franziskaner: Familienpower mit Tradition

Mathias, ­Ludwig und Eduard Reinbold kümmern sich darum, dass im Franziskaner alles stimmt – wie der Schweinebraten (18,40 €).

So viele Stammtische wie im Franziskaner mit mehr oder manchmal auch weniger prominenten Gästen gibt es nirgends. „Bei uns hat schon Franz Josef Strauß am Stammtisch Geschäfte gemacht“, erzählt Inhaber Eduard Reinbold, der das Traditionshaus in der Residenzstraße 9 seit 1966 führt und die Schönen und Reichen genauso behandelt wie den Touristen, der auch mal die berühmten Weißwürste oder den Leberkäs probieren will. „Zu uns kommen Rechtsanwalt Wolfgang ­Seybold, ­Hubert Burda oder auch Franz Beckenbauer. Die Mischung ist bunt“, sagt Eduards Sohn Mathias, der Juniorchef. Bruder Ludwig, der sich um die Immobilien der Familie kümmert, ergänzt, dass auch die junge Münchner Society regelmäßig hier tafelt – wie Clemens

Frohwitter, der zum Jägerstammtisch gehört oder Max Dietl, der einfach so gern vorbeischaut. Berühmt ist auch das Aschermittwoch-Fischessen, und während der Sicherheitskonferenz nimmt die Politprominenz hier Platz. Denn der Franziskaner trifft einfach jeden Geschmack!

Burger & Lobster Bank: Die Jungen starten durch

Am Wochenende wird an der Bar auch getanzt.

Wer hier am Wochenende einen Tisch ergattert, gehört dazu – zur neuen schicken Münchner In-Generation. „Am Wochenende sind wir lang im Voraus ausgebucht“, erklärt Geschäftsführer ­Moritz Haake, der die Burger & Lobster Bank Ende 2014 in der Prannerstraße 11 eröffnet hat. Wichtig ist ihm: „Bei uns wird jeder gleich behandelt.“ Auf die Idee zum Restaurant kam er nachts, als er in der Nähe seines Lieblingsclubs Call me Drella am Maximiliansplatz ein Restaurant suchte. „Ich wollte halt nicht schon wieder zu McDonalds“, erklärt der gelernte Hotelfachmann. Unter der Woche bis ein Uhr – am Wochenende sogar bis drei Uhr, und dann wird auch gerne mal bei coolen DJ-Klängen an der Bar getanzt. Das Lieblingsgericht der Gäste: Burger und ein halber Hummer für 44,50 Euro. Fast jeder Münchner Promi war hier schon zu Gast. Auch Frauenschwarm Elyas M’Barek schaut gern vorbei, ebenso wie die FC-Bayern-Spieler oder der Produzent ­Martin Krug. Da sitzt der Porsche-Fahrer neben dem Studenten.

Schuhbeck’s Südtiroler Stuben: Am Platz(l) mit Alfons

Der Tausendsassa: Alfons Schuhbeck (Mitte) vor seiner Südtiroler Stuben.

Das Platzl ist sein Reich, oder soll man besser sagen sein Imperium? Hier gibt’s Schuhbeck-Eis und -Schokolade, Schuhbeck-Tee und -Gewürze, eine Kochschule und gleich zwei Restaurants, eines davon die Süd­tiroler Stuben. Das edel-rustikale Gourmetrestaurant ist seit 2003 quasi das Herzstück von Alfons Schuhbecks Reich, dort, wo die Bayern ihre Siege feiern, wo die Münchner gern am geeisten Kaiserschmarrn naschen und auch Hollywood (Chuck Norris, Gwyneth Paltrow) mal gern vorbeischaut. Und natürlich Arnold ­Schwarzenegger. „Der ist inzwischen ein guter Freund“, sagt der Fernsehkoch, auch weil man schon in der gleichen Muckibude trainiert hat. Seit 1983 hält der umtriebige Waginger einen Michelin-Stern für seine Kochkunst.

Auf der Karte u.a.: Gebeizter Huchen mit gebackenem Spargel, Südtiroler Speck oder rosa gebratenes Bayerisches Kalbsfilet mit Kräutersaitlingen. Drei-Gänge-Menü ab 78 Euro.

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