Die Schattenseiten der Sonnenstraße:

Über 6.000 Menschen sind obdachlos - Das plant die Stadt

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In Decken gehüllt - so hat sich hier ein Mann an der Sonnenstraße schlafen gelegt

München - Knapp 6.000 Obdachlose gibt es inzwischen in München. Über Nacht schlafen viele in den Eingängen von Geschäften der Sonnenstraße. Das plant die Stadt.

Fest eingemummelt in Schlafsäcke, Decken und alten Zeitungen, unter Neon-Reklamen, auf hartem Pflaster: Dutzende Obdachlose betten sich nachts in den Geschäfts-Eingängen und in den Bankfilialen an der Sonnenstraße zur Ruhe. Und es wird kälter und kälter…

Die Zahl der Wohnungslosen hat sich laut Sozialreferat seit 2008 nahezu verdoppelt. Tendenz weiter steigend: Zum Jahresende 2015 waren 5454 Menschen wohnungslos, Ende Juni 2016 bereits über 6000. Darunter sind auch rund 550 Menschen, die auf der Straße leben. Das ist nur eine Schätzung. Im nächsten Jahr will die Stadt eine Untersuchung in Auftrag geben, um die genaue Zahl festzustellen.

Ziel der Verwaltung ist es, allen Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten. Für die Obdachlosen werden bereits Streetworker eingesetzt. Es gibt Kälteschutzprogramme und ein medizinisches Versorgungsangebot durch die Straßenambulanz sowie freiwillige Angebote von Kirchengemeinden und Initiativen, wie etwa die Teestube der Diakonia.

Sie kommen, wenn es dunkel wird - und schlüpfen im Eingangsbereich von Geschäften oder in Bankfilialen in ihre Schlafsäcke.

Ferner gibt es ein Unterbringungssystem. Daran beteiligen sich insgesamt 66 Einrichtungen und Betriebe mit 5573 Plätzen. Das Sozialreferat will schon im nächsten Jahr rund 1700 zusätzliche Plätze bereitstellen. 2015 zahlte die Stadt für die Unterbringung Wohnungsloer rund 35 Millionen Euro.

In Decken gehüllt - so hat sich hier ein Mann an der Sonnenstraße schlafen gelegt

 Sascha Karowski

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