22. bis 24. Juli

Bierfestival in München: Ein Prost auf das Reinheitsgebot

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Feiert mit: die bayerische Bierkönigin Sabine-Anna Ullrich aus Unterfranken.

München - Bayerns Brauer feiern das Jubiläum des ältesten Lebensmittelgesetzes drei Tage lang auf dem Odeonsplatz.

„Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“ – dieser Spruch prangt bereits seit 1958 auf dem Münchner Bierbrunnen vor dem Brauerhaus an der Ecke Oskar-von-Miller-Ring und der Brienner Straße. In diesem Jahr steht alles im Zeichen des flüssigen Goldes. Mit einem großen Festival wird vom 22. bis zum 24. Juli in München das Reinheitsgebot gefeiert. Zu dessen 500. Jubiläum verwandeln sich Odeonsplatz, Ludwigstraße, Brienner Straße und Wittelsbacherplatz in eine „Bierfanmeile“. Initiatoren des Festivals sind der Verein Private Brauereien und der Bayerische Brauerbund. Gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Helmut Brunner werden sie am Freitag um 12 Uhr den Brunnen sprudeln lassen und die Feier eröffnen.

110 Brauereien präsentieren ihr Bier

110 bayerische Brauereien sind dabei und präsentieren ihre Bierspezialitäten. Unter ihnen ist auch die „Giesinger Biermanufaktur und Spezialitäten Braugesellschaft“ aus München. Auch das Brauen an sich, die Rohstoffe sowie branchennahe Handwerksberufe sollen vorgestellt werden. Hufschmiede, Schäffler, Getreidebauern, Hopfenpflanzer und Mälzer werden einen Einblick in ihre Arbeit geben. Auf drei großen Showbühnen wird mit bayerischer Volksmusik, Big-Band-Sound und traditionellen Tänzen ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogamm geboten. Ein Höhepunkt: In 15 Foren können Teilnehmer in Verkostungs-Workshops unter Anleitung von renommierten Referenten ungewöhnliche Geschmackserlebnisse und Kombinationen rund um das Thema Bier entdecken. „Bier und Schokolade“ oder auch „Bier und Käse“ sind nur zwei der Themen.

Die historische Verbindung von Kirche und Bier scheint bei einem Festgottesdienst am Samstag um 9.30 Uhr in der Kirche St. Peter im Tal auf. Vertreter bayerischer Klosterbrauereien und das Polizeiorchester München gestalten gemeinsam die Gambrinus-Messe – auch als Brauer-Messe bekannt – von Gottfried Veit. Im Anschluss ziehen 35 Brauereigespanne und historische Fahrzeuge vom Tal zum Max-Joseph-Platz.

500 Jahre ist es her, dass die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. in Ingolstadt am 23. April 1516 das Reinheitsgebot erlassen haben. Wie wichtig die Reinheit und die gute Qualität des Bieres ist, das war jedoch bereits im zweiten vorchristlichen Jahrtausend bekannt. In Mesopotamien gab es damals schon 20 Biersorten, und der babylonische König Hammurabi kannte keine Gnade mit sogenannten „Bierpanschern“. Diese sollten nach königlicher Anordnung „in Fässern ertränkt“ oder so lange mit Bier übergossen werden, „bis sie ersticken“.

Solch harte Strafen braucht es heute nicht mehr – die bayerischen Brauer stehen aus Überzeugung zum Reinheitsgebot. Schließlich ist es mit seinen 500 Jahren die älteste noch gültige lebensmittelrechtliche Bestimmung.

Hopfen, Hefe, Wasser und Malz – mehr darf laut Reinheitsgebot nicht zum Bierbrauen verwendet werden. Dass diese vier Zutaten trotzdem eine Fülle von Biervariationen ermöglichen, wird beim Festival deutlich. So bringen neue Hopfensorten durchaus auch exotische und fruchtige Noten hinzu. Wie das Bierbrauen funktioniert, wird bei Schauvorführungen gezeigt – sowohl nach jahrhundertealter Tradition als auch mit modernster Technik.

Weitere Informationen, die genauen Zeiten und das Programm unter www.500 jahre-reinheitsgebot.com.

Lisa-Marie Birnbeck

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