Das bringt 2016 in den Stadtbezirken

In der Altstadt stehen große Projekte an

Streitfall Sendlinger Straße: Der erste Abschnitt ist bereits Fußgängerzone, nun soll diese bis zum Sendlinger Tor erweitert werden. Foto: Götzfried

München - Die Erweiterung der Fußgängerzone am Marienplatz und in der Sendlinger Straße ist eine der zentralen Veränderungen im Bezirk Altstadt-Lehel für das Jahr 2016. Bei der Alten Akademie und dem Hirmer-Parkhaus laufen die Pläne zur Umgestaltung.

Das alltägliche Chaos am Marienplatz soll bald ein Ende haben. So zumindest ist der Wunsch der Stadtplaner. Ob die neue erweiterte Fußgängerzone im Herzen der Altstadt funktioniert, wird man bereits ab Februar 2016 beobachten können.

Dann nämlich beginnt der Umbau des Hugendubel-Hauses, der voraussichtlich bis Sommer 2017 andauern wird. Für die Großbaustelle muss nach Auskunft des Kreisverwaltungsreferats ein großer Portalkran auf dem Rindermarkt aufgestellt werden. Der Kran und der Bauzaun nehmen so viel Platz ein, dass die Durchfahrt für Busse, Taxis, Radfahrer und Rikschas während der Baumaßnahme gesperrt wird. Nach Ende der Baumaßnahme soll die Fußgängerzone zwischen Rindermarkt und Dienerstraße zur Dauereinrichtung werden.

Nicht unumstritten: Neue Radl-Route in der Altstadt

Die Haupttrasse für Radfahrer wird künftig vom Odeonsplatz über den Hofgarten, die Alfons-Goppel-Straße, die Falkenturm- und die Sparkassenstraße bis zum Viktualienmarkt geführt. Die Opposition im Stadtrat, Umweltverbände sowie die Händler des Viktualienmarktes befürchten, dass sich das Chaos vom Marienplatz dann auf die Kustermann-Fahrbahn verlagern wird. Genauso wie der Umweg für Radfahrer steht der Wegfall der Bushaltestelle am Marienplatz in der Kritik.

Streit um die Sendlinger Straße

Noch offen ist, ob die gesamte Sendlinger Straße dauerhaft zur Fußgängerzone wird. Zunächst gibt es dort einen einjährigen Probelauf. Der sollte eigentlich schon im März 2016 starten. Nach Anwohnerprotesten dürfte sich dieser Beginn auf frühestens Sommer 2016 verschieben. Für Anlieger, die ihre Häuser, Tiefgaragen oder Praxen erreichen müssen, soll es Ausnahmeregelungen geben. Gleichwohl möchte die Große Rathaus-Koalition den einjährigen Verkehrsversuch einführen. Danach sollten die Erkenntnisse ausgewertet und über eine dauerhafte Fußgängerzone entschieden werden. Der Abschnitt vom Färbergraben bis zur Hackenstraße ist seit dem Jahr 2012 ausschließlich Fußgängern vorbehalten.

Großbaustelle am Thomas Wimmer-Ring

Ein Teilbereich des Thomas-Wimmer-Rings verwandelt sich vermutlich ab Mitte des Jahres in eine Großbaustelle. Eine neue Tiefgarage soll von 2018 an das in die Jahre gekommene Fina-Parkhaus an der Hildegardstraße ersetzen. Geplant sind insgesamt 520 Stellplätze, davon allerdings nur 33 Stellplätze für Anwohner. Wenn die Tiefgarage den Betrieb aufgenommen hat, wird das Teilgebiet an der Hildegardstraße umgestaltet. So wird das Hotel Mandarin Oriental durch einen Neubau erweitert, zudem entsteht ein zweites Wohn- und Geschäftshaus. In dem Neubau sind 20 Wohneinheiten neben kleinteiligen Geschäften und diversen Dienstleistungseinrichtungen geplant.

Was passiert am Max-Joseph-Platz?

Im Frühjahr 2016 wird der Stadtrat eine Entscheidung über die zukünftige Ausgestaltung der Zufahrt zur Operntiefgarage treffen. Die Lösung der Zufahrtssituation ist die maßgebliche Voraussetzung für die Umgestaltung und Aufwertung des Max-Joseph-Platzes als eine herausragende innerstädtische Aufenthaltsfläche. Auch dort gibt es wie am Marienplatz Klagen über das alltägliche Verkehrschaos.

Umbau an der Alten Akademie

Beim Umbau der Alten Akademie in der Fußgängerzone sollen die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs bis April 2016 vorliegen. Der österreichische Investor René Benko hat zugesichert, dass die Neuhauser Straße um 134 Meter Geschäftsfassade bereichert wird, ohne an der Optik des denkmalgeschützten Ensembles viel zu verändern. Das frühere Jesuitenkolleg zwischen Michaelskirche und Bürgersaal gilt als architektonisches Juwel. Von den rund 22.000 Quadratmetern Nutzfläche sind 48 bis 54 Prozent für Einzelhandel, 4 bis 9 Prozent für Gastronomie, 12 bis 18 Prozent für Büros und bis zu 30 Prozent für Wohnungen vorgesehen.

Hirmer-Parkhaus kommt weg

Umgestaltet werden soll in der Innenstadt auch der Bereich zwischen der Hofstatt und der Kaufinger-Tor-Passage. Das Verfahren für den Bebauungsplan Sattlerstraße zwischen Fürstenfelder Straße und Färbergraben dürfte sich aber über das gesamte Jahr 2016 hinziehen. Nach dem Abriss des Hirmer-Parkhauses ist eine Mischung aus Einzelhandel, Büros, Dienstleistungen, Gastronomie und Wohnen in zwei separaten Gebäuden vorgesehen.

Raum für Flüchtlinge an der Müllerstraße

An der Müllerstraße 2 - 6 entsteht 2016 ein Flüchtlings-, Integrations- und Begegnungszentrum mit Wohnungen, Gruppenräumen und einem Café. Träger dieses Projekts ist die Sozialgenossenschaft „Bellevue di Monaco“. Etwa 40 junge Flüchtlinge sollen in den drei sanierungsbedürftigen Gebäuden eine Heimat finden. Das Haus an der Müllerstraße 2 soll bereits im Herbst 2016 bezugsfertig sein.

Klaus Vick

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