Linie darf den Marienplatz nicht mehr ansteuern

Bus 52: Bürger protestieren gegen neue Endhaltestelle

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Eine Gruppe von Fahrgästen aus Giesing, Au und Harlaching protestiert an der neuen Endstation.

München - Der vom Tierpark kommende MetroBus 52 darf nicht mehr zum Marienplatz fahren. Es regt sich Widerstand entlang der Strecke, die Bürger wollen sich nicht gefallen lassen.

Schildbürgerstreich oder kluge Aktion? Der vom Tierpark kommende MetroBus 52 darf nicht mehr zum Marienplatz fahren. Jetzt schleicht die Linie über den Altstadtring und endet in einer Nebenstraße am Sendlinger Tor. Dabei wurde die 52er-Linie 2006 für zwei Millionen Euro beschleunigt. Es regt sich Widerstand entlang der Strecke: Bürger aus der Au, Untergiesing und Harlaching wollen sich nicht gefallen lassen, von der direkten Busverbindung zum Rathaus abgeschnitten zu werden.

Am 11. November des vergangenen Jahres hatte der Planungsausschuss des Stadtrates mit seiner schwarz-roten Mehrheit beschlossen, dass der Marienplatz komplett Fußgängerzone werden soll. Radler, Taxis und Rikschas müssen raus.

Seit einem Monat nun fährt der 52er nicht mehr ab Marienplatz, sondern startet und endet an der Ecke Rossmarkt/An der Hauptfeuerwache – 750 Meter Fußweg vom Marienplatz und 200 Meter entfernt vom Sendlinger-Tor-Platz.

Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher schimpft: „Die jetzige provisorische Haltestelle der Buslinie 52 beim Sendlinger Tor ist kaum bekannt. Mobilitätseingeschränkte tun sich schwer, am Sendlinger Tor zur U-Bahn hinabzugehen und am Marienplatz wieder nach oben zu kommen.“

Am Marienplatz darf der 52er-Bus nicht mehr halten. Jetzt stoppt er abseits des Sendlinger Tors.

Die MVG erklärt die neue Endstation im Nirgendwo so: „Als Endhaltestelle blieb in Abstimmung mit der Stadtverwaltung nur die Position in der Straße ,An der Hauptfeuerwache‘ übrig. Dort können die Busse auch ihre Wendezeit abwarten.“ Es fahre ja noch der Bus 62 vom Sendlinger Tor über den Viktualienmarkt zur Blumenstraße und zum Gärtnerplatz. Das bedeutet aber für die Fahrgäste, die zum Marienplatz wollen, mehrfaches Umsteigen und damit erhebliche Zeitverluste. Dabei hatte man 2006 extra zwei Millionen Euro in die Hand genommen, um 13 Ampelanlagen umzubauen, damit der Busfahrer sie auf Grün schalten kann, um mit dem 52er schneller durchzukommen.

Die Untergiesinger Bezirksausschussvize Melanie Kieweg sammelt nun Unterschriften dafür, dass der Bus wieder zum Marienplatz fährt. Sie fordert gemeinsam mit dem Behindertenbeauftragten, dem Seniorenbeirat und dem Ausländerbeirat, vielen Gewerbetreibenden und Initiativen den Erhalt dieser wichtigen Haltestelle. „Es ist ja auch verrückt, dass man am Tierpark wegen des enormen Parkdrucks ein Parkhaus plant und gleichzeitig die Erreichbarkeit von Hellabrunn per Bus aus der Stadtmitte heraus verschlechtert.“ Pro Bahn will ebenfalls die Wiederaufnahme des Busverkehrs bis zum Marienplatz.

7500 Menschen haben bislang bei openpetition.de bei Bushaltestelle München Marienplatz – für den Erhalt der Buslinie 52 am Marienplatz oder auf Unterschriftenlisten unterschrieben, die noch bis Ende März im ASZ am Kolumbusplatz, im Kebab Haus Pilgersheimer Straße, bei Repro Ruppert in der Ludmillastraße, in den Pfarreien Maria hilf und St. Franziskus und 20 Geschäften ausliegen.

Bei der Rathaus-SPD ist das Thema schon angekommen. Stadtrat Jens Röver: „Unser Ziel ist es, den Bus möglichst nah wieder an den Marienplatz heranzuführen. Es gibt da diverse Optionen, etwa über das Rosental, das Tal, die Frauenstraße oder die Sonnenstraße.“

Johannes Welte

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