Nach Jahrzehnten

Dallmayr löst Käfer als Opern-Wirt ab

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Dallmayr übernimmt die Gastronomie an der Bayerischen Staatsoper.

München - Dallmayr löst nach Jahrzehnten Käfer als Verköstiger des Staatsopern-Publikums ab.

Käfer blutet das Herz, doch das dürfte Dallmayr nicht die Bohne interessieren: Das Delikatessenhaus aus der Dienerstraße löst nach Jahrzehnten Käfer als Verköstiger des Staatsopern-Publikums ab. Am 18. September, zur Spielzeiteröffnung, geht’s los. Und Michael Käfer? Ist ein sportlicher Verlierer, aber auch fassungslos: „Diese Niederlage geht mir ans Herz, das gibt es gar nicht“, sagt er der tz.

Hintergrund: In unregelmäßigen Abständen lässt der Oberste Rechnungshof das Catering der Oper ausschreiben. Die Staatsoper kümmert sich um den Fragebogen und schlägt dem Rechnungshof den Sieger vor – der dann zustimmt. Bisher hat immer Käfer gewonnen. Doch: „Die jahrzehntelange Erfahrung zählt bei der Ausschreibung nicht“, sagt Käfer. Und fasst sich an die eigene Nase, dass es diesmal nicht mehr geklappt hat: „Wennsd’ deppert bist“, sagt der Gastrochef.

Was er damit meint? Er habe die Ausschreibung „emotional betrieben und nicht mit Juristen“, da sei Dallmayr – der sich schon bei der letzten Ausschreibung 2009 beworben hatte, aber unterlag – cleverer gewesen. Er wird nun ein Probejahr absolvieren, und die nächste Ausschreibung gibt’s dann in sechs Jahren. Ob Käfer wieder mit dabei sein wird? „Klar. Schließlich ist keines unserer Standbeine mit mehr Herzblut verbunden – seit meiner frühen Kindheit“, sagt Käfer.

Dallmayr ist also um Prestige und Pekuniäres reicher. Schließlich gastieren in der Staatsoper jährlich potenziell 600 000 Gäste. Prost! Pardon, Stößchen.

M. Bieber

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