Verbände protestieren am Marienplatz

Demo für die Durchfahrt: Radl-Rabatz am Rathaus-Platz

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"Save our Radler" oder auch "Rettet unsere Radlfahrer": Unter diesem Motto protestierten Verbände vor dem Rathaus.

München - Demo für die Durchfahrt: Gestern hatten Verbände und die Grünen zum Protest auf dem Marienplatz aufgerufen. Hintergrund ist die Sperrung der Durchfahrt zum Rindermarkt.

Die Bushaltestelle fällt weg, Autos, Radler und Rikschas müssen weichen. Die Sperre ist zwar zunächst nur wegen der Hugendubel-Baustelle, soll auf Wunsch der Rathaus-Koalition aber mal zum Dauerzustand werden. Radler müssen nun auf so genannte Alternativrouten ausweichen. Aus Richtung Norden wird künftig am Hofgarten abgeleitet.

Die Arbeiten haben bereits begonnen: Am Rindermarkt dürfen Radler nur noch schieben.

Die vorgesehene Route führt durch die Sparkassenstraße und am Viktualienmarkt vorbei. Im Süden werden Radler am Rindermarkt abgefangen. Für die Rikschas ist noch nicht Schluss. Die dürfen vorläufig noch am Fischbrunnen stehen. Allerdings ist noch unklar, wie es weitergeht.

Während draußen die Radl-Demo stieg, war man sich im Rathaus einig: „Die Entscheidung ist richtig“, sagte SPD-Fraktions-Chef Alexander Reissl. CSU-Kollege Hans Podiuk ergänzte: „Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten werden sich sicher alle an die neuen Verhältnisse gewöhnen.“ Was die Menschen bei der Demo sagten, lesen Sie hier:

Max Zwez (33), Lederhosen-Express, Maxvorstadt:
Wir bringen von hier seit 15 Jahren Touristen und Münchner dorthin, wo sie hinwollen. Zum Beispiel in den Biergarten, zum Parkplatz, ins Hotel oder zur U-Bahn. Ältere Münchner fahren wir zum Arzt. Das ist der zentrale Platz für die Rikscha-Fahrer. Er muss bleiben.

Thomas Schmidt (48), Lastenradler, Trudering:
Wir müssen die Diskussion wieder anstoßen. Die ist abrupt beendet worden durch CSU und SPD. Die haben über unsere Köpfe hinweg entschieden. Wir brauchen eine Lösung für alle. Der Marienplatz ist die wichtigste Nord-Süd-Querung. Die darf nicht einfach wegfallen.

Andreas Groh (32), ADFC, Forstenried:
Es gibt hier sicher Zeiten, da sollte man nicht mit dem Fahrrad fahren. Aber was wir brauchen, ist keine Aussperrung der Radler, sondern mehrere Zugänge. Dann entzerrt sich das Problem.

Paul Bickelbacher (52), Grünen-Stadtrat, Isarvorstadt:
Die Sperrung des Marienplatzes bringt viele Nachteile für die Radler, bringt aber nur wenig Vorteile für die Fußgänger. Wir wollen, dass der Platz für alle Radler offen bleibt.

Andreas Schuster (39), Green City, Haidhausen:
Für die Baustelle kann ich die Sperrung akzeptieren, aber nicht als Dauerzustand. Es sei denn, die Alternativroute setzt sich durch. Das sollte man sich nun eineinhalb Jahre anschauen.

Elfriede Schadt (79), Rentnerin, Feldmoching:
Ich finde es super, dass jetzt für Radler gesperrt ist. Die rasen und fahren kreuz und quer. Nicht nur hier am Marienplatz, überall, am Rotkreuzplatz oder in der Dachauer Straße. Rücksicht auf ältere Menschen oder Kinder oder Behinderte nehmen die nicht. Alternative ist gefährlich.

Gernot Lutz (67), Rentner, Bogenhausen:
Für viele ist die Alternativroute gefährlich und problematisch. Es gibt Engstellen, die zudem vom Lieferverkehr befahren werden. Das Problem wird nur verschoben. Am Viktualienmarkt wird es sogar noch schlimmer, weil die Leute unachtsamer sind, wenn sie ihre Wurstsemmel essen.

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