Hugendubel-Umbau

Marienplatz gesperrt: Das müssen Sie wissen

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Ab Montag wird der Marienplatz wegen des Hugendubel-Umbaus gesperrt.

München - Ab Montag wird der Marienplatz wegen des Hugendubel-Umbaus gesperrt. Was Sie jetzt wissen müssen und was die Münchner sagen, lesen Sie hier.

Ab jetzt ist dicht! Der Marienplatz wird ab Montag, 15. Februar, gesperrt. Grund ist der Umbau des Hugendubel-Hauses. Die Arbeiten dauern wohl bis Sommer nächsten Jahres. Doch die Sperrung gilt auch als eine Art Feldversuch. Sie könnte bald zum Dauerzustand werden. Denn bekanntlich will der Stadtrat die Fußgängerzone am Marienplatz in den nächsten Jahren bis zum Alten Rathaus erweitern. Was sich ab heute wie ändert, was die Münchner sagen, lesen Sie auf dieser Seite:

Bus

Die Verlegung der Bushaltestelle hatte zu den meisten Protesten geführt: Die MVG beschwert sich, und auch die Bezirksausschüsse. 3000 Unterschriften sind gesammelt worden. Jetzt gilt aber: Die Linie 52 fährt von der Haltestelle Blumenstraße bis zur neuen Endhaltestelle Sendlinger Tor. Die StadtBus-Linie 132 wird verkürzt und fährt nur noch ab/bis Isartor (Zweibrückenstraße). Zum Marienplatz empfiehlt die MVG die S-Bahn ab Isartor oder den Fußweg durch das Tal.

Taxi

Die Taxler werden sich auf die Plätze im Tal, am Rindermarkt, im Rosental und in der Dienerstraße aufteilen müssen. Das sorgte für Unmut, ein Unternehmer hat sogar versucht, die Verbannung per Eilantrag beim Verwaltungsgericht zu verhindern. Doch das Gericht wies den Antrag ab. Als nächste Instanz ist der Bayerische Verwaltungsgerichtshof zuständig. Eine Entscheidung steht noch aus.

Radfahrer

Die Radler müssen den Marienplatz nun weiträumig umfahren. Der Durchlass vom Rindermarkt zum Marienplatz ist nur noch zwischen 22 und 8 Uhr geöffnet. Radler aus dem Süden sollen über Oberanger, Rosental und Viktualienmarkt ausweichen. Von Norden empfiehlt sich die Route Residenzstraße, Hofgraben, Pfisterstraße und Sparkassenstraße. Die Stadt hat Kontrollen angekündigt. Die Rikschafahrer bleiben zunächst am Fischbrunnen. Wo sie künftig stehen, ist noch zu klären. Heute, 11 Uhr, protestieren Verbände, die Grünen und zwei Rikscha-Unternehmer auf dem Platz gegen die Sperrung.

Marienplatz wegen Hugendubel-Umbau dicht: Das sagen die Münchner

Aldo Conteddu (42), Taxi-Fahrer, Forstenried

Kein Verständnis: Für uns Taxi-Fahrer ist hier der beste Stand in ganz München. Hier sind viele Arztpraxen und somit auch ältere Leute, die gerne mit dem Taxi fahren. Außerdem laufen hier auch Touristen herum. Eine Reduzierung der Taxis würde ich noch verstehen – aber nicht, sie auszusperren. Ich finde die Fahrräder viel störender. Genauso wie die privaten Autos. Die sollte man am besten ganz aus der Innenstadt verbannen. Ich werde nun vermutlich mehr im Tal oder am Rindermarkt stehen und auf Kunden warten. Aldo Conteddu (42), Taxi-Fahrer, Forstenried

Das finden wir traurig

: Dass hier bald kein Bus mehr fährt, finden

Laura und Melina Holder (22 und 19), Studentin und Schülerin, Au

wir uncool. Wir haben von zuhause aus mit dem Bus immer nur sieben Minuten zum Marienplatz gebraucht. Das war praktisch für uns. In die Stadt oder zur Uni haben wir die Linie 52 genommen, die nun von hier verbannt wird. Das ist schon echt traurig. Die Taxis sind viel störender als der Bus. Jetzt müssen wir auf eine andere Linie umsteigen. Laura und Melina Holder (22 und 19), Studentin und Schülerin, Au

Christina Dettelbacher (29), Tanzwissenschaftlerin aus Haidhausen

Sehr unpraktisch: Es ist extrem unpraktisch, dass man am Marienplatz bald nicht mehr mit dem Rad unterwegs sein darf. Zur Uni ist das der kürzeste Weg. Ich fahre oft hier lang, um zur Staatsbibiliothek zu kommen. Ich könnte mir vorstellen, dass es vielleicht sogar mehr Fahrradunfälle gibt, wenn die ganzen Radfahrer auf die Hauptstraßen ausweichen müssen. Ich bin es schon so gewohnt, hier entlang zu fahren – die erste Zeit nach der Umstellung vergesse ich bestimmt eh, dass jetzt für Radler gesperrt ist. Christina Dettelbacher (29), Tanzwissenschaftlerin aus Haidhausen

Wilhelm Knapp (68), Rentner aus Bielefeld

Es ist eine gute Idee: Meine Frau und ich spazieren hier oft, wenn wir mal wieder unsere Tochter in München besuchen. Es ist eine gute Idee, alles um den Marienplatz zur Fußgängerzone zu machen. Für Passanten ist es dann sicherlich angenehmer. Klar wird es Gegenstimmen geben. Aber irgendwann muss die Veränderung mal angegangen werden und die Leute müssen sich dann anpassen. Man gewöhnt sich an alles. Ich als Fußgänger freue mich auf jeden Fall, bald ungestört spazieren zu können. Wilhelm Knapp (68), Rentner aus Bielefeld

S. Höbel, S. Karowski

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