Der Streit um den Kulturstrand

Urbanauten klagen, weil sie heuer nicht an die Isar dürfen

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Beliebt bei den Münchnern: Der Kulturstrand.

München - Die Urbanauten mit Frontmann Benjamin David ziehen vor Gericht, weil sie heuer die städtische Ausschreibung für den Kulturstrand am Vater-RheinBrunnen verloren haben.

Kulturstrand, die elfte – oder das erste Great Bavaria Reef? Im Streit um die Zukunft des Kulturstrands an der Isar wird jetzt mit harten Bandagen gekämpft: Die Urbanauten mit Frontmann Benjamin David ziehen vor Gericht, weil sie heuer die städtische Ausschreibung für das Sommerspektakel am Vater-RheinBrunnen verloren haben.

Die Urban League GmbH rund um die Veranstalterin Zehra Spindler (Puerto Giesing, Kulturbiergarten Isartor) hatte bei der Vergabe von maximal 270 Punkten 23 mehr erzielt als die Urbanauten. Heißt: Die Urban League dürfte den Kulturstrand betreiben. Die Urbanauten reichten aber beim Verwaltungsgericht eine Klage gegen die Vergabe durch das KVR ein – am Donnerstag um 23 Uhr. Begründung: „Das Vergabeverfahren ist so offensichtlich skurril in Prozess und Ergebnis, dass uns keine andere Wahl bleibt.“

Benjamin David (l.) ging leer aus und klagte, Zehra Spindler hat die Vergabe gewonnen.

Die CSU-Stadträte Ale­xander Dietrich und Michael Kuffer hatten vor der Bekanntgabe des Gewinners vorige Woche als Co-Referenten des KVR Akteneinsicht verlangt und Bedenken angemeldet. Dabei soll auch von möglichen „erheblichen Schadensersatzansprüchen“ die Rede gewesen sein. An der Vergabe waren die Bezirksausschüsse und sieben städtische Dienststellen beteiligt – einige Behörden gaben keine Stellungnahmen ab. Dafür vergab die Denkmalbehörde halbe Punkte, obwohl der Stadtrat nur ganze vorgesehen hatte. Das KVR hält das für korrekt: „Das Verfahren ist sachgerecht und ohne politische Einflussnahme erfolgt.“

Wie geht es jetzt weiter? Frühestens nächste Woche wird es die Eilentscheidung geben. Bis in der Hauptsache entschieden wird, können sogar mehrere Wochen vergehen. SPD-Stadtrat Christian Vorländer fürchtet nun: „Wenn es ganz dumm läuft, gibt es heuer weder einen Kulturstrand noch ein Great Bavaria Reef.“

Zehra Spindler & Co. bleiben gelassen: „Wir planen die Eröffnung unseres Great Bavaria Reef am 31. Mai.“ Sie will ein „subkulturelles Programm für alle“ inszenieren. Kostprobe: Mutter-Kind-Yoga mit Science-Fiction.

Johannes Welte

Johannes Welte

E-Mail:Johannes.Welte@tz.de

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