Wegen ständiger Proteste am Odeonsplatz

Ladenbesitzer: Pegida-Demos machen unser Geschäft kaputt

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Johannes Müller macht montags wegen der anhaltenden Pegida-Demonstrationen  kaum Umsatz.

München - Wegen der ständigen Pegida-Aufmärsche beklagen die Geschäftsleute am Odeonsplatz zum Teil gravierende Umsatzeinbußen. Jetzt wendet sich der Verband City Partner an OB Dieter Reiter.

Demo gegen Demo: Am Odeonsplatz schlagen Geschäftsleute Alarm. Wegen der ständigen Pegida-Aufmärsche beklagen sie zum Teil gravierende Umsatzeinbußen. Dabei geht es primär nicht um Pegida, sondern um den hohen Sicherheits-Aufwand. In einem offenen Brief wendet sich der Verband City Partner nun an OB Dieter Reiter (57, SPD).

Vertrautes Bild: Seit September gibt es montags regelmäßig Kundgebungen am Odeonsplatz. Anschließend einen Zug auf wechselnden Routen. Zu den Demonstranten und Gegendemonstranten gesellen sich um die 300 Polizisten.

Die ständigen Pegida-Demos sorgen für Umsatzeinbußen – etwa beim Schuhhaus Eduard Meier. Die Mitarbeiter sind verärgert.

Die Sicherungsmaßnahmen beginnen zumeist schon weit vor dem Start der Demo. Und darum geht es nun. Eduard Meier spricht von einem „Sicherheits-Exzess“. Der 55-Jährige ist Chef des gleichnamigen Schuhhauses an der Brienner Straße. Dort habe es schon größere Demos gegeben mit mehr Teilnehmern. Doch bei Pegida werde es übertrieben. An manchen Tagen sei die Brienner Straße komplett gesperrt. „Da kann ein Düsenjäger landen“, sagt Meier. Die Kunden jedenfalls blieben montags lieber zu Hause. Das ist auch für die Angestellten keine Freude. Die sind am Umsatz beteiligt.

Die Sorgen kennt auch Johannes Müller (49), Geschäftsführer im Alten Hof. 80 bis 90 Prozent weniger Gäste. Jeden Montag! „Meine Mitarbeiter wollen da schon gar nicht mehr arbeiten, weil sie sagen, es sei eh nichts los.“ Denn die Polizei sperre montags zur Sicherheit den Durchgang zum Alten Hof. Dafür hat Müller zwar Verständnis. „Aber das Gitter steht da, und kaum ein Gast traut sich durch, weil er denkt, das Restaurant ist zu.“

Bei der Polizei sind die Bedenken bekannt. „Wir verstehen die Sorgen“, sagt ein Sprecher. „Wir stehen mit dem Kreisverwaltungsreferat in engem Kontakt und versuchen, eine Lösung zu finden.“ Aber: Die Maßnahmen sind nötig, um Konflikte mit Gegendemonstranten zu vermeiden.

In dem offenen Brief an den OB fordert City Partner, die Genehmigungspraxis zu prüfen. Es bestehe zwar das Recht auf Versammlungen, aber auch das auf Ausübung des Gewerbes. Letztlich gehe es um Arbeitsplätze, die gefährdet sind. OB Dieter Reiter kann die Sorgen nachvollziehen. Er verspricht: „Wir werden alle rechtlichen Mittel voll ausschöpfen und die Situation und die Genehmigung immer wieder neu bewerten.“

Pegida hat bereits angekündigt, bis Ende des Jahres am Odeonsplatz demonstrieren zu wollen. Laut KVR hätten aber zuletzt die Beschwerden gegen Pegida deutlich zugenommen. Daher prüft die Behörde auch, ob nicht beschränkende Verfügungen möglich sind.

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