Wer hinter dem Bündnis steckt

Muegida-Demo: Gegner wollen Platz blockieren

Am 22. Dezember demonstrierten Tausende gegen Pegida.

München - Für den heutigen Montag plant ein Bündnis namens „Muegida“ ab 18 Uhr einen „Spaziergang“ vom Sendlinger Tor zum Max-Joseph-Platz. Die tz weiß, wer dahintersteckt.

Sympathisanten der Pegida-Bewegung halten am 22.12.2014 in München ein Schild mit Aufschrift "München grüßt Dresden" in die Luft.

Muegida oder Mügida – oder Bagida? Wer sind die echten Pegida-Anhänger, die legitimierten Münchner Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes? Zwei Gruppen wollen die Dresdner Anti-Islam-Märsche kopieren – doch nur eine scheint von Dresden anerkannt zu sein. Und sie wird von amtsbekannten Rechtsextremisten unterstützt.

Heute Abend plant ein Bündnis namens „Muegida“ ab 18 Uhr einen „Spaziergang“ vom Sendlinger Tor zum Max-Joseph-Platz. Hinter „Muegida“ steckt nach tz-Informationen der ehemalige Generalsekretär der rechten Splitterpartei „Die Freiheit“, Thomas Weiß, die bei der Stadtratswahl 2013 nur 0,6 Prozent erzielt hatte. Ihr Hauptziel war die Verhinderung einer Moschee am Stachus. Muegida hatte schon zum ersten“ Spaziergang“ am 22. Dezember am Promenadeplatz aufgerufen. Gut 20 Menschen kamen, darunter der AfD-Stadtrat Fritz Schmude, der im Oktober noch gegen einen Bürgerentscheid gegen die Moschee gestimmt hatte. Auch Stefan Werner, Vorstand der rechtsextremen „Pro Bewegung Bayern“ und Ex-Bundestagskandidat der NPD, wurde beobachtet, wie er mit einer bayerischen Flagge herumwedelte. Um die Ecke demonstrierten zeitgleich etwa 20 000 Münchner gegen Pegida und rechtsradikale Umtriebe wie Brandanschläge auf Asylheime.

Für ihren Montags-Spaziergang unter dem Motto: „Meinungsdiktatur? Nein Danke!“ hat Muegida 100 bis 200 Teilnehmer angemeldet.

Am 22. Dezember demonstrierten Tausende gegen Pegida.

Bei Facebook haben sich schon hunderte Pegida-Gegner verabredet, die den Platz blockieren wollen. Sie organisieren sich auch schon für die Aufmärsche, die vom bayerischen Pegida-Ableger „Bagida“ geplanten „Spaziergänge“ am 11. und 18. Januar geplant sind. Bagida wird vom „Mutterschiff in Dresden“ anerkannt, wie die Organisatoren selbst schreiben. Sie rechnen mit 300 Teilnehmern. Auch eine Gruppe namens „Mügida“ unterstützt den Marsch

Großdemonstration in München gegen "Pegida"

Großdemonstration in München gegen "Pegida"

Eigentlich betont man bei Pegida & Co, dass man mit Nazis nichts zu tun habe. Doch man duldet, dass Rechtsextreme ihre Märsche unterstützen: So bejubelt die „Bürgerinitiative Ausländer Stopp“ des wegen eines Hitlergrußes vorbestraften Stadtrates und NPD-Funktionärs Karl Richter die Demo, ebenso der wegen Beleidigung verurteilte Freiheit-Chef Michael Stürzenberger sowie die rechtsextreme Pro Bewegung Bayern.

Johannes Welte

Johannes Welte

Johannes Welte

E-Mail:Johannes.Welte@tz.de

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