Monate nach der Tat

Polizei schnappt unvorsichtigen Handy-Dieb - der vielleicht keiner ist

München - Einer 34-jährigen Münchnerin ist auf dem Christkindlmarkt im Dezember ihr Handy geklaut worden. Die Polizei konnte den Dieb finden - seine Version klingt jedoch ganz anders.

Nicht nur in München bedeutet Weihnachtszeit Taschendiebstahl-Zeit. Auf dem Christkindlmarkt am Marienplatz, der sich bis ins Tal erstreckt, ist laut Polizei am 8. Dezember einer 34-jährigen Münchnerin ihr Handy aus der Jackentasche gestohlen worden. Sie selbst zeigte noch am späten Nachmittag den Vorfall bei der Polizei an.

Die Beamten wendeten sich im Zuge ihrer Ermittlungen an den Hersteller des Telefons. Nachdem das Handy nach zwei Wochen mit einer anderen Rufnummer wieder freigeschaltet wurde, konnte das Handy geortet werden. Am 15. März diesen Jahres klopften die Beamten in Ingolstadt mit einem Durchsuchungsbeschluss an der Wohnungstüre eines 36-Jährigen. Das Mobiltelefon war allerdings nirgendwo zu finden.

Dann präsentierte der 36-jährige Ingolstädter seine Version der Geschichte: Das Handy, so der Mann, habe er zwei Tage nach dem angezeigten Diebstahl auf einer Parkbank am Viktualienmarkt gefunden. Nachdem er nicht habe rausfinden können, wem das Gerät gehört, habe er es kurzerhand mit nach Hause genommen und wenig später mit einer eigenen SIM-Karte aktiviert.

Vier Wochen später war der Mann des Handys anscheinend bereits überdrüssig geworden: Er verkaufte es für 570 Euro im Internet an einen ihm unbekannten Tschechen.

Nun steht Aussage gegen Aussage. Wegen Diebstahl kann der 36-Jährige nun laut Aussage der Münchner Polizei nicht belangt werden. Er muss sich nun wegen Fundunterschlagung verantworten.

Rubriklistenbild: © Schlaf Marcus

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