Ärger über langen Umweg

200 Radler demonstrieren gegen gesperrten Marienplatz

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Die Durchfahrt muss bleiben, eine bessere Ergänzungsroute soll her -- das wünschen sich unter anderem Dominic Staat von den Pedalhelden (3.v.l), Andreas Groh vom ADFC (4.v.l.) und Andreas Schuster von Green City (2.v.re.)

München - Die Sperrung des Münchner Marienplatzes für Radfahrer und Busse bringt nun vor allem die Zweiradbesitzer auf die Barrikaden. Sie fordern eine Durchfahrt am Rathaus.

"Save our Radler!“ steht auf dem blauen Transparent, auf Deutsch also „Rettet unsere Radler!“ Denn die rund 200 Demonstranten, die sich am Samstag am Wittelsbacherplatz versammelt haben, hatten mit einer kleinen Radltour für den Erhalt der Durchfahrt am Rathaus demonstriert.

Das Hugendubel-Haus wird umgebaut, der Marienplatz ist für Radler, Busse und Taxis seit Mitte Februar gesperrt.

Seit über zwei Monaten müssen Radler bereits den Marienplatz umfahren. Grund ist der Umbau des Hugendubel-Hauses. Doch auch danach bleibt die Strecke dicht: SPD und CSU hatten im November beschlossen, die Fußgängerzone bis zum Alten Rathaus auszuweiten. Statt der bisherigen Nord-Süd-Querung sollen die Radler nun über den Viktualienmarkt, die Sparkassenstraße, die Alfons-Goppel-Straße und den Hofgarten strampeln.

Das stört ein Team aus Green City, ADFC, den Grünen und anderen. „Kurios, wenn gerade in einer Radlhauptstadt die Bürger nicht mehr an ihrem Rathaus vorbeiradeln dürfen“, sagt etwa Dominic Staat vom Rikscha-Service Pedalhelden. Sein Bündnispartner Andreas Groh, Vizechef vom ADFC Kreisverband München, erklärt, was sie an der Alternativroute am meisten stört:

  • Die neue Strecke ist 400 Meter länger als die direkte Verbindung.
  • Die Kustermannfahrbahn am Viktualienmarkt ist weiter reine Fußgängerzone, obwohl eine Fahrradstraße versprochen wurde. Hier müssen Radler Schrittgeschwindigkeit fahren.
  • In der Sparkassenstraße herrscht ständig Lieferverkehr. Das absolute Halteverbot wird täglich missachtet, Radler werden immer wieder ausgebremst.
  • In der Alfons-Goppel-Straße gibt es extrem unbequemes Kopfsteinpflaster und starken Verkehr.
  • Das Hofgartentor ist zu eng für die Radler und dazu mit Pollern versehen.
Mit einer Tour demonstrierten die Radler gegen die Sperre.

Darum, sagt Groh, sollte die alte Durchfahrt wieder geöffnet werden. Doch er weiß auch: „Natürlich ist eine Ergänzungsroute sinnvoll, um den Marienplatz zu entlasten. Die muss aber attraktiver sein als die jetzige. Deshalb wollen wir weiter Vorschläge machen.“

Martina Williams

E-Mail:Martina.Williams@tz.de

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