Bis zum 19. April

Stadt testet Informationsstelen - Bürger sollen entscheiden

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Die beiden unterschiedlichen Informationsstelen am Viktualienmarkt.

München - Die Stadt testet am Viktualienmarkt zwei unterschiedliche Informationsstelen, welche in Zukunft die Orientierung verbessern sollen. Der Testlauf geht bis zum 19. April.

Und dann hüllte sich Josef Schmid in Schweigen: "Dazu sage ich nix mehr." Münchens Bürgermeister wollte sich partout nicht dazu hinreißen lassen, seine Meinung kundzutun. Für einen Politiker eher unüblich. Doch Schmids Schweigen hat einen Hintergrund: Denn welche der beiden Info-Stelen künftig in der Münchner Innenstadt zu sehen sein werden, sollen die Bürger entscheiden. 

Der Bürgermeister und Referent für Arbeit und Wirtschaft hat gestern die zwei Kontrahenten auf dem Viktualienmarkt enthüllt. Der Stadtrat hatte sich 2014 für ein neues Fußgänger-Orientierungssystem in der Stadt entschieden. "Endlich", sagte Schmid. Die Idee dazu ist nämlich schon ein paar Jahre alt. Die Verwaltung hatte im Vorfeld Bürger und Besucher gefragt, wie solche Info-Stelen aussehen, was sie leisten sollen. Das Ergebnis ist nun noch bis 19. April in zwei Ausfertigungen rund um den Karl-Valentin-Brunnen zu sehen. 

Die Stelen sollen nach dem Testlauf an 15 bis 20 Stellen die Orientierung erleichtern, auf Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen aufmerksam machen oder weitere Informationen geben. Zudem soll künftig jede Stele WLAN bieten. Darüber hinaus gibt es Infos für Menschen mit Behinderung geplant, etwa per Audio. Nutzer sollen zudem weitere Auskünfte mit Tablet oder Smartphone abrufen können. Während der Testphase wird die Stadt Passanten befragen, welcher Entwurf besser ankommt. Gehört werden sollen zudem Fachgruppen wie der Behinderten- und der Seniorenbeirat der Stadt. Dabei geht es laut Schmid nicht nur um die Optik, "gerne dürfen die Bürger auch inhaltliche Optimierungen vorschlagen". 

Frauenhoferstraße statt Fraunhoferstraße steht auf der schwarzen Informationsstele.

All diese Bewertungen und das Votum einer Jury sollen in den Beschluss einfließen. Mit dem wird sich der Stadtrat nach der Sommerpause befassen. Bis dahin werden wohl auch die Rechtschreibfehler auf den Stelen ausgebessert. Warum selbst bei einem Testlauf die Reichenbach- zur Reichbachbrücke oder die Fraunhofer- zur Frauenhoferstraße wird – dazu sagen wir jetzt nix mehr. 

Sascha Karowski

Sascha Karowski

Sascha Karowski

E-Mail:sascha.karowski@tz.de

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