Sehenswürdigkeiten unserer Stadt

Münchens Wahrzeichen: Die Rekorde des Alten Peter

+
Ein echtes Münchner Wahrzeichen, besungen in einem alten Volkslied: „Solang der alte Peter am Petersbergerl steht, solang die grüne Isar durchs Münchner Stadterl geht, solang da drunt am Platzl noch steht das Hofbräuhaus – so lang stirbt die Gemütlichkeit in München niemals aus.“

München - Über die Sehenswürdigkeiten der eigenen Stadt weiß man als Einheimischer oft viel zu wenig. Wir stellen deshalb die beliebtesten Münchner Postkartenmotive in einer Serie vor und erklären, was sie so besonders macht. Heute: der Alte Peter.

Sicher ist dem einen oder anderen aufmerksamen Leser die Turmspitze auf dem Titel der München-Seiten schon aufgefallen. Seit einigen Wochen ziert das Münchner Wahrzeichen schlechthin, der Alte Peter, unseren Lokalteil.

Doch auch wenn die Kirchenfassade aus dem Münchner Stadtbild nicht mehr wegzudenken ist, kennen zumindest die meisten Touristen vom Alten Peter vor allem eines: das Treppenhaus. Denn die Aussichtsplattform des Turmes lockt in 91 Metern Höhe mit dem wohl schönsten Blick über die Altstadt. Bei guten Wetterbedingungen lassen sich sogar die Alpen sehen. Zuvor allerdings gilt es 306 Stufen zu überwinden – einen Aufzug gibt es nicht.

Romanische Kirche

1181 wurde die „St. Peter Kirche“ zum ersten Mal als romanische Kirche erwähnt. Damit ist sie die älteste Kirche Münchens, die jedoch in ihrer über 800-jährigen Geschichte einiges an Veränderungen mitmachen musste. 1278 wurde das Gebäude durch eine gotische Kirche ersetzt. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Türme und Altar im barocken Stil umgestaltet.

Der zweite Weltkrieg zerstörte das Gebäude nahezu vollständig. Größtenteils durch Spenden finanziert, begann der Wiederaufbau 1946. 1951 feierte man nach dem Anbringen des Kreuzes auf der Turmspitze einen vorläufigen Abschluss des Wiederaufbaus, auch wenn die letzten Innenarbeiten erst im Jahr 2000 fertig waren.

Um die enge Verbundenheit des Alten Peter mit der Landeshauptstadt geht es auch in der inoffiziellen Stadthymne „Solang der Alte Peter“. Ein Münchner Original ist das Lied, anders als der Alte Peter, allerdings nicht. Ursprünglich wurde es vom Wiener Volkssänger Wilhelm Wiesberg komponiert. Der Text zur Melodie bezog sich zunächst auf den Stephansdom in Wien. „Solang der alte Steffel am Stephansplatz noch steht“, sangen die Menschen damals. Nach einigen, auch melodischen Abänderungen, dichtete dann um das Jahr 1880 herum der Münchner Volkssänger Michl Huber die München-Version des Liedes. 

Auch die Glocken knacken Altersrekord

1949 wurden die ersten Takte der Weise zum offiziellen Pausenzeichen des Bayerischen Rundfunks. Bis zur Wiedereinweihung der Kirche 1951 verzichtete der BR auf die letzte Silbe „ter“, um an die Kriegsschäden an der Kirche zu erinnern.

Übrigens: Nicht nur die Kirche selbst, auch ihre Glocken stellen einen Münchner Altersrekord auf: Vier der insgesamt acht Glocken wurden zwischen 1327 und 1720 gegossen. Läuten hört man heute allerdings nur noch sechs regelmäßig. Das ist auch besser so. Denn die größte, die Jubiläumsglocke, hat einen Sprung und darf nicht mehr angeschlagen werden, und die die kleinste, die Arme-Sünder-Glocke, die hinter einem vergitterten Fenster im Untergeschoss des Turmes hängt, ertönte früher zu Hinrichtungen.

Die zweite Zerstörung Münchens: Bausünden nach dem 2. Weltkrieg

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare