Von Stachus bis Marienplatz

256 neue Sitzgelegenheiten für die Fußgängerzone

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An manchen Stellen, wie hier am Richard-Strauss-Brunnen, gibt es bereits Sitzgelegenheiten, die sehr gut angenommen werden.

München - Einkaufen und bummeln in der Fußgängerzone wird komfortabler. Die Stadt erhöht die Zahl der Sitzgelegenheiten in der Kaufingerstraße und Neuhauser Straße um fast das Dreifache.

Die 1972 zu den Olympischen Sommerspielen eingerichtete Münchner Fußgängerzone ist heute eine der erfolgreichsten Einkaufsstraßen der Welt. Durchschnittlich knapp 13 000 Passanten pro Stunde sind auf der Kaufingerstraße und der Neuhauser Straße unterwegs. Darunter sind viele in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen.

Für diese Gruppe soll das Einkaufserlebnis durch zusätzliche Sitzgelegenheiten attraktiver werden. In der Fußgängerzone wird es zwischen Stachus und Marienplatz künftig insgesamt 256 Sitzgelegenheiten geben. Bislang sind es 90. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) stellte gestern die neuen Stühle vor und saß vergnügt Probe. „Der Weg zwischen Stachus und Marienplatz kann gerade für ältere und behinderte Menschen doch sehr lang werden. 90 Sitzplätze waren nicht nur viel zu wenig, sie lagen auch noch weit auseinander“, sagte Reiter. „Umso mehr freut mich, dass wir in relativ kurzer Zeit jetzt fast dreimal so viele Rastmöglichkeiten anbieten können, ganz neu auch auf dem Marienplatz. Damit jeder auch mal durchatmen kann, ohne gleich Geld ausgeben zu müssen.“

Flexibel muss es sein und sicher vor Vandalen

Grundsätzlich müsse beim Angebot von Sitzgelegenheiten in der Fußgängerzone auf Standort-Flexibilität geachtet werden, weil im Jahresverlauf hunderte Veranstaltungen stattfinden und auch der morgendliche Lieferverkehr, Baustellenverkehr und der Fußgängerstrom zu berücksichtigen sei. Deshalb sind schon seit den Anfängen der Fußgängerzone 1972 hauptsächlich Stühle bereitgestellt. Das aktuelle Modell ist mit dem Seniorenbeirat der Landeshauptstadt abgestimmt und wurde in der Fußgängerzone zur 850-Jahr-Feier der Stadt München im Jahr 2008 aufgestellt. Davon gab es bislang 90 Exemplare, die meisten standen am Richard-Strauss-Brunnen vor der Alten Akademie.

Das ausgewählte Stuhl-Modell bietet Rücken-

und Armlehnen sowie aus Sicht der Stadt zahlreiche Vorteile: Es ist attraktiv, stapelbar, witterungsbeständig und vandalismussicher. Es weist genügend Standfestigkeit auf, um zum Beispiel das Aufstehen auch für ältere Bürger problemlos zu ermöglichen. Neu sind auch sechs Rundbänke um bestehende Bäume herum. „Bei der Auswahl der Standorte für die Sitzmöglichkeiten haben wir darauf geachtet, dass der Abstand zwischen den einzelnen Stuhlgruppen beziehungsweise Rundbänken nie größer als 100 Meter ist“, erläutert Baureferentin Rosemarie Hingerl. „Somit können nun auch in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen leichter die Fußgängerzone durchqueren und die in kurzen Abständen positionierten Sitzgelegenheiten für eine Verschnaufpause nutzen.“ Zusätzlich zu den neuen Sitzgelegenheiten stehen auf dem Marienplatz nun auch 15 neue Pflanzgefäße. Erstmals seit Jahrzehnten wird der Marienplatz wieder mit Blumen geschmückt.

Ulrich Lobinger

Ulrich Lobinger

E-Mail:ulrich.lobinger@merkur.de

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