Es geht nicht nur ums Geld

Bessere Arbeitsbedingungen: Pfleger demonstrieren am Odeonsplatz

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Die Pflege-Beschäftigten demonstrierten für bessere Arbeitsbedingungen.

München - Hunderte Beschäftigte aus Sozialberufen demonstrierten am Dienstag am Odeonsplatz für bessere Arbeitsbedingungen im Pflegesektor. Sie fordern nicht nur Geld.

Und was machte gleichzeitig der Ministerrat? Er beschloss die Schaffung einer neuen „Vereinigung der bayerischen Pflege“ – genau das Gegenteil dessen, was die Demonstranten forderten.

Der Bayerische Landespflegerat (BLPR) sieht in dieser Interessenvertretung auf freiwilliger Basis eine „Pseudo-Pflegekammer“. Der BLPR fordert eine Pflegekammer mit verpflichtender Mitgliedschaft – wie es sie bei Ärzten und Apothekern gibt. Die Pfleger kritisierten auch Personalmangel, fehlende Fachkräfte, Überstunden und die schlechte Bezahlung. Mit Trillerpfeifen und Protestrufen zogen die Demonstranten vom Odeonsplatz vor die Staatskanzlei. Auf Plakaten hatten sie Slogans geschrieben wie „Ihr denkt verkehrt, wir sind mehr wert“, „Mehr Zeit für Patienten“ oder „Ihr Politiker werdet auch mal alt“.

Das fordern die Pfleger

Mehr Geld

Ich demonstriere gegen die Abschaffung der generalistischen Pflegeausbildung, zu der die Alten- und Krankenpflege gehört. Es ist wichtig, in allen Bereichen ausgebildet zu werden. Dauerthema sind auch der Mangel an Pflegefachpersonal und die schlechte Bezahlung. Florian Schmid (18), Hilgertshausen

Für Autonomie

Wir fordern eine Pflegekammer, damit die Pflegeberufe, ähnlich wie die Ärzte, eine Selbstverwaltung haben. Außerdem muss der Personalschlüssel verbessert werden. Sonst kann keine qualitativ hochwertige Pflege mehr gewährleistet werden. Und die Bezahlung ist zu gering. Lisa K. (22) und Elza M. (27), München

Mehr Personal

Wir fordern einen höheren Personalschlüssel. Zum Teil kommen zwölf bis 15 Patienten auf eine Pflegekraft. Gut wären fünf. Wir brauchen mehr Fachkräfte und weniger Laien, sonst gibt es eine Entprofessionalisierung der Pflege. Außerdem bin ich für eine bessere Entlohnung. Karina Helsinger (47), München

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