Nach Erfolgreichem Testlauf

Radler dürfen länger in die Fußgängerzone

München - Mehr Radlzeit für Münchens Pedalhelden: Die Stadt hat beschlossen, dass Fahrradfahrer länger in der Münchner Fußgängerzone freie Fahrt haben.

Das Experiment ist geglückt – und wird dauerhaft fortgesetzt. Auch künftig dürfen Radler von abends bis morgens durch die Fußgängerzone fahren. Dies hat der Stadtrat gestern entschieden. Ab sofort darf von 21 bis 9 Uhr zwischen Marienplatz und Stachus beziehungsweise Rindermarkt und Odeonsplatz geradelt werden – zwei Stunden länger als während der Testphase. Diese lief seit April 2014. Jetzt präsentierte das Referat für Stadtplanung dem Stadtrat Ergebnisse des Probelaufs.

Demnach habe es kaum Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern gegeben. Die Zählungen, Befragungen und Beobachtungen hätten ergeben, dass die Freigabe von den Radfahrern sehr begrüßt worden sei und diese sich fast ausnahmslos rücksichtsvoll verhalten hätten. Nur vier Beinahe-Kollisionen seien seit April 2014 registriert worden, einen Unfall zwischen Radfahrer und Fußgänger gab es nicht.

Zu den Freigabezeiten außerhalb der Ladenöffnungszeiten waren nur sehr wenige Menschen zu Fuß unterwegs, so dass ausreichend Platz für ein entspanntes Miteinander von Fuß- und Radverkehr zur Verfügung gestanden habe, so die Analyse des Referats. Auch die befragten Fußgänger beurteilten die Freigabe insgesamt positiv, ebenso die Polizei.

Bei Zählungen ergab sich ein deutlicher Anstieg des Fußgängeraufkommens erst ab zirka 10 Uhr. Weil jedoch bereits ab 9 Uhr der Lieferverkehr deutlich zunimmt, hat der Stadtrat nun die dauerhafte Freigabe für den nächtlichen Radverkehr sowie eine Ausweitung der Freigabezeit auf 21 bis 9 Uhr beschlossen. Damit setzt die Stadt um, was die meisten Radfahrer bisher illegal praktiziert haben. Viele fuhren nämlich auch außerhalb der erlaubten Zeiten. Dies „ganz bewusst“, wie die Verwaltung feststellte.

Die Grünen plädierten gestern für eine Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer zwischen 21.30 und 9.30 Uhr, ließen sich aber von Bettina Messinger überzeugen. „Eine Öffnung von 9 bis 9 Uhr ist griffiger, das können sich die Radfahrer besser merken“, so die SPD-Stadträtin. Dem stimmte die CSU zu. In den nächsten Monaten sollen nun entsprechende Schilder an den Einfahrtsbereichen zur Fußgängerzone angebracht werden.  

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Ulrich Lobinger

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E-Mail:ulrich.lobinger@merkur.de

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