Ein Leben für die Stadt

Rathaus-Urgestein Dietrich geht in Rente

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Albert Dietrich, die gute Seele des Rathauses, sagt Servus.

München - Wer vor Albert Dietrich stand, dem wurde geholfen. Seit 47 Jahren arbeitete Albert Dietrich bei der Stadtinformation im Rathaus. Für die tz berichtet von seinen schönsten Erlebnissen.

Ob Wegbeschreibungen zu Münchens Sehenswürdigkeiten, Fakten zu den Bezirksausschüssen oder die Spielerlaubnis für Straßenmusiker: Wer vor Albert Dietrich stand, dem wurde geholfen. Seit 47 Jahren arbeitete er bei der Stadtinformation im Rathaus. Am Freitag zum letzten Mal. Jetzt geht der Diddi, wie ihn alle nennen, mit 65 in Ruhestand.

Ein Leben für die Stadt: Von der Autozulassungsstelle und dem Gehalts- und Lohnverrechnungsamt kam Albert Dietrich 1979 zur Stadtinfo. „Der Job war wie für mich geschaffen“, sagt er. „Und wenn ich die Frauenkirche sehe, denke ich mir immer: I bin dahoam.“ Denn der Diddi war nicht nur für Verwaltungsaufgaben und die Bürgerberatung zuständig, sondern organisierte auch Veranstaltungen mit viel Herzblut. Alleine für Unicef konnte er über die Jahre rund 500 000 Euro an Spenden sammeln, etwa bei den Versteigerungen ungeliebter Weihnachtsgeschenke mit Edith von Welser-Ude, der Gattin von Alt-OB Christian Ude.

Jetzt nimmt Diddi, der Stadtinfo-Chef, also seinen Hut. „Ein bisschen traurig bin ich schon“, sagt er. Für die tz berichtet von seinen schönsten Erlebnissen.

Unterwegs mit der tz-Lok: "Wir haben viele lustige Aktionen durchgeführt: An einem Nikolaustag fuhr ich mit einer selbst gebauten tz-Dampflok durch die Stachuspassagen. Der Umzug wurde in der Stadtinfo beendet, die war früher ja noch unten im Stachus. Da gab’s dann Geschenke für die Kinder."

Freisuppe für alle: Abenteuerlich war auch, als wir in der Stadtinformation Suppe verschenkt haben – als Werbeaktion für eine Broschüre des Hausfrauenverbands, in der allerlei Rezepte standen. Gekocht haben wir in einem benachbarten Restaurant, dann haben wir alles in die Stadtinfo gekarrt. Gerade weil es Winter war, sprangen die Leute sofort an und allen hat’s gut geschmeckt!

Ein Löwe mit Herz: Wahre Menschlichkeit bewies für mich der frühere Löwen-Präsident Karl-Heinz Wildmoser: Für eine Versteigerung brachte er einen 1860-Kuscheltierlöwen mit. Neben ihm stand ein kleines Mädchen und sah ihn flehend an. Da zückte Wildmoser seinen Geldbeutel, ersteigerte den Löwen selbst und schenkte ihn dem kleinen Mädchen.

Als Hexe für Steuertipps: Einmal sollten Steuertipps für Familien präsentiert werden. Dafür haben wir eine Mordskulisse aufgebaut. Ich war als Hexe verkleidet. Das Kostüm hatte ich aus dem Volkstheater. Die Kinder haben sich nicht wirklich gegruselt, aber ich finde, ich sah schaurig aus!

Sabrina Höbel

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