tz erklärt die Pläne

So wird die Alte Akademie in der Fußgängerzone umgebaut

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Die Alte Akademie in der Münchner Fußgängerzone.

München - Nun steht fest, wie die Alte Akademie in der Fußgängerzone umgebaut wird. Die tz erklärt den Bauplan:

Die Alte Akademie im Herzen der Stadt war einst nur wenigen vorbehalten: Jesuiten, Akademikern und zuletzt Statistikern. 2013 übernahm die Signa Holding des österreichischen Unternehmers René Benko (38) das Areal auf 65 Jahre in Erbpacht.

Am Freitag tagte elf Stunden lang ein Preisgericht, um unter Vorsitz des britischen Star-Architekten David Chipperfield aus elf Architekten-Entwürfen denjenigen auszusuchen, nach dem der Komplex umgebaut wird. „Dieses Verfahren hat Vorbildcharakter für andere Städte mit historischem Baubestand“, lobte Chipperfield den Wettbewerb, in dem sich die Architekten an strenge Vorgaben von Stadt und des Denkmalschutzes halten mussten.

Vorbild für die künftige Nutzung der Alten Akademie soll das ebenfalls von der Signa Holding betriebene Eataly in der Schrannenhalle werden – ein Mix aus Gastronomie und Läden, dem zwei Drittel der 22.000 Quadratmeter Geschossfläche dienen. 20 Prozent der Fläche werden für luxuriöse Mietwohnungen genutzt, rund 13 Prozent werden Büros. Die tz erklärt den Bauplan:

Mehr Platz für Waren

Auf den ersten Blick sieht man keinen großen Unterschied: Allerdings werden die jetzigen großzügigen Arkaden vor dem ehemaligen Hettlage bis zum Kopfbau zu einem schmalen Durchgang zusammengeschmolzen. Somit entsteht mehr Verkaufsfläche im Innenraum. Auch der jetzige Innenhof wird künftig überbaut. Darunter wird eine zweigeschossige Tiefgarage errichtet. Ab dem zweiten Stock entstehen Büros.

Einkaufen mit Genuss

Während der Säulengang vor dem ehemaligen Hettlage schrumpft (siehe rechts unten), wird sie vor dem Eckbau des ehemaligen Jesuitenklosters ganz geschlossen. Dadurch ergibt sich ein großzügiger Innenraum, der von den Säulen aus der Nachkriegszeit gestützt wird. Gemäß des Signa-Konzeptes werden hier Geschäfte und Lokale ihre Waren in direkter Nachbarschaft anbieten. Auch das Untergeschoss sowie der ersten Stock werden künftig so genutzt.

Schmuckhof wird geöffnet

Der Schmuckhof der Alten Akademie machte seinem Namen nicht gerade Ehre. Obwohl er sich zur St. Michaelskirche – einem Baudenkmal ersten Ranges – hin öffnet, diente er bislang als Parkplatz. Er wird um Arkaden ergänzt, die der Gastronomie im Erdgeschoss als Freischankfläche dienen. Die beiden ersten Obergeschosse werden in Büros umgebaut, darüber entstehen Wohnungen, das Dachgeschoss bekommt Dachgauben.

Rückkehr zum Original

Dieses Foto zeigt die Alte Akademie vor dem Krieg – und so soll sie bald wieder aussehen: Das zentrale Tor im linken Flügel wird wieder hergestellt, die beiden heutigen Bögen links davon werden geschlossen. Im rechten Bau wird das rechte Tor künftig blind sein, das linke Tor erhält eine Aufwertung zum zentrale Eingang in das Gebäude. Das jetzige Treppen-Erdgeschoss im Inneren aus den 50ern bleibt dagegen erhalten.

Johannes Welte

Johannes Welte

E-Mail:Johannes.Welte@tz.de

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