Viele Bürger unterschreiben Petition

Sperrung für Radl und Bus am Marienplatz: Der Unmut wächst

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München - Die Sperrung des Marienplatzes für den Rad- und Busverkehr wird wie erwartet zu einem politischen Dauerbrenner. Die Grünen fordern jetzt, die Auswirkungen der Sperrung zu dokumentieren.

Grüne und Umweltverbände haben den Beschluss der großen Rathaus-Koalition bereits mehrfach kritisiert. Nun fordert die Stadtratsfraktion der Grünen in einem Antrag, dass die Auswirkungen der Sperrung für den Radverkehr von der Stadt umfangreich beobachtet und dokumentiert werden sollen.

Die Nord-Süd-Querung der Altstadt soll nach dem Willen von SPD und CSU dauerhaft für Busse, Taxis, Rikschas und Radfahrer gesperrt werden. Die derzeit aufgrund der laufenden Sanierung des Hugendubel-Hauses bereits in Kraft getretene Sperrung gilt als Probelauf für die geplante Maßnahme. Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher fordert das Rathaus auf, während der Baumaßnahme Zählungen, Beobachtungen und Befragungen von Radfahrern und Fußgängern durchzuführen.

Zur Begründung dieses „Monotorings“ verweist er darauf, dass mit der Sperrung des Marienplatzes eine der Hauptstrecken für den Radverkehr in München blockiert werde. An Spitzentagen würden dieses Nadelöhr etwa 15.000 Radfahrer passieren. Übertragen auf den Autoverkehr käme dies einer Sperrung beziehungsweise Umleitung der Donnersberger Brücke gleich, meint Bickelbacher. Der Grünen-Stadtrat: „Das Monitoring soll darstellen, ob der Radverkehr in der Kustermannfahrbahn und an der Kreuzung Kustermannfahrbahn/Tal an stark frequentierten Tagen reibungslos verläuft oder ob es lediglich eine Verlagerung von Konflikten vom Marienplatz an den Viktualienmarkt gibt.“

Ebenso soll nach dem Willen der Grünen die Nutzung der Residenzstraße und der Alfons-Goppel-Straße untersucht werden, und ob sich die Zahl der Radfahrer in der Altstadt insgesamt verringert. Eine Befragung könne Erkenntnisse darüber bringen, ob nicht eine große Unzufriedenheit bei den Radlern einer nur geringfügigen Verbesserung der Zufriedenheit bei den Passanten gegenüber stehe, sagt Bickelbacher.

Wollen die Haltestelle wieder: Ingeborg Staudenmeyer (li.), Oswald Utz, Melly Kieweg.

Unterdessen wächst auch der Widerstand gegen den Wegfall der Bushaltestelle der Linie 52 am Marienplatz. Wegen der Hugendubel-Baustelle ist die Durchfahrt derzeit gesperrt. Dies soll auch nach Ende der Bauarbeiten so bleiben. Dagegen wehren sich die von Melly Kieweg gegründete Bürgerinitiative „Mehr Platz zum Leben“ sowie 20 Geschäfte mit einer Petition zum Erhalt des Bus 52 am Marienplatz. Die BI sieht die Linie als wichtige Verbindung von der Innenstadt in die Au und nach Untergiesing und bis zum Tierpark Hellabrunn an. Für den Fortbestand der Haltestelle sprechen sich auch die Seniorenbeirats-Vorsitzende Ingeborg Staudenmeyer, der Behindertenbeauftragte Oswald Utz, der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching, die Grünen und verschiedene Umweltverbände aus. Die Petition soll am Donnerstag, 21. April, Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) überreicht werden.

Klaus Vick

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