Zwei Passanten angefahren

Todesraser von der Oper hatte Fahrverbot!

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Der schreckliche Unfall an der Maximilianstraße kostete Brigitte L. (65) das Leben.

München - Knapp ein Jahr nach dem tödlichen Unfall vor der Münchner Oper steht der Unglücksfahrer vor Gericht. Jetzt kommt heraus, dass er gar nicht am Steuer sitzen durfte.

Es ist ein sonniger Tag im April, als Brigitte L. zum Einkaufen nach München fährt. Schon länger hat sich die Rentnerin aus Feldafing auf diesen Ausflug gefreut. Doch der Tag - er endet in einer Tragödie! Als die 65-Jährige die Maximilianstraße entlangschlendert, wird sie plötzlich von einem Sportwagen erfasst und überrollt. Sie wird schwer verletzt. Die Notärzte kämpfen um ihr Leben. Vergeblich! Eine Stunde später stirbt Brigitte L. im Krankenhaus.

Am Donnerstag steht der Fahrer des Wagens vor dem Münchner Amtsgericht. Auch Angehörige von Brigitte L. werden im Saal sitzen. Um das Drama vielleicht irgendwie zu verstehen. "Ich habe erst jetzt erfahren, dass der Mann eigentlich ein Fahrverbot hatte", schimpft eine nahe Verwandte. "Wie kann dann sowas passieren?"

Laut Anklage stellt sich der Fall nämlich wie folgt dar: Der Angeklagte (25) soll seit einigen Jahren an Epilepsie leiden. Am Morgen des Unfalltages, wenige Stunden vor dem tödlichen Drama, soll er mitten auf der Marsstraße in seinem Audi RS4 (450 PS) einen Anfall gehabt haben. Daraufhin kommt er ins Krankenhaus. Dort, so die Anklage, wird ihm ein Fahrverbot auferlegt. Es sei schlichtweg zu gefährlich, dass er sich nochmals hinter ein Steuer setze. Doch genau diese Anweisung soll der junge Mann ignoriert haben. Am Nachmittag steigt er wieder in seinen Sportwagen und erleidet wieder einen Anfall, so die Anklage.

65-Jähriger wird schwer verletzt

Mit fatalen Folgen: Ohne jede Kontrolle knallt er in der Maximilianstraße mit knapp 70 Stundenkilometern zuerst in einen BMW und rast direkt in zwei Fußgänger: Brigitte hat keine Chance. Ein 65-jähriger Mann wird gegen die Wand geschleudert und schwer verletzt.

Brigitte L. lebte zusammen mit ihrem Mann und Tochter (25) in einer Doppelhaushälfte. Die Tochter war ihr ein und alles. Neben dem Verlust ist für die Familie besonders schwer zu begreifen, dass der Tod der Mama vermeidbar gewesen wäre. Warum nur ist der Angeklagte noch mal in sein Auto gestiegen?

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Angeklagter arbeitet ehrenamtlich als Feuerwehrmann

In seiner Heimatgemeinde im Landkreis Rosenheim arbeitete der 25-Jährige jedenfalls ehrenamtlich als Feuerwehrmann. Sein Gesundheitstest? Da sollen keine Probleme aufgefallen sein. Niemandem.

Nun muss er sich wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs mit fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Florian Fussek

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